Hummingbird Beach Resort, St. Lucia, Montag 5. Februar 2018

 

Der Flug von Antigua nach St. Lucia dauerte gerade mal 55 Minuten mit einer Propellermaschine. Ablug bei Sonne, Ankunft bei Schauern. Die Luft ist auch 19.00 Uhr noch angenehm warm. Der Flughafen ist in die Stadt hinein gebaut, rechts und links geschäftige Straßen, Wohnhäuser. Freundlicher Empfang am Zoll. Condor fliegt diese Saison nicht nach St. Lucia, die anderen Jahre hat Condor einmal pro Woche gern gesehene Feriengäste gebracht. Kreuzfahrtschiffe kommen, bringen dem Transportgewerbe und den Reisebüros gutes Geschäft. Wir blicken von der Veranda auf den kleinen Hafen von Soufriere und malen uns Kreuzfahrt in den schönsten Bildern aus: Vor uns liegt die Sea Cloud II, ein Dreimaster!

Die Schauer dauern an, dazwischen Sonnenschein, leichter Wind, warm. Der Strand sieht wenig einladend aus. Die Anlage ist tropisch üppig, tatsächlich schwirren überall Kolibris herum. Bei Ankunft gestern Abend trafen wir die vornehmlich amerikanischen Gäste vor dem Fernseher in der Bar: Superbowl! Alle gerieten immer wieder ganz aus dem Häuschen. . 

Ab Nachmittag kein Regen, kein Schauer, 29 Grad, Müßiggang in der Stadt. Für morgen und übermorgen haben wir einen Mietwagen gebucht. Ruth's Erkältung ist noch zu stark, um Baden einzuplanen, das heben wir uns für Freitag auf. Vor uns liegen die Pitons, zwei steil aus der Landschaft aufragende Berge. Diese Insel hat einen ganz anderen Charakter als Antigua. Intensiv bewachsen, abwechslungsreicher, irgendwie freundlicher, bessere Straßenverhältnisse. Bei Begegnungen öfter mal ein freundliches Hallo, aber die Blicke treffen sich nicht.  

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Kommentare: 6
  • #1

    Tina (Dienstag, 06 Februar 2018 16:43)

    Tolles Bild mit dem Kolibri! Gute Besserung an Mama (Hauptsache der Zahn hängt fest :))!

  • #2

    Moni (Dienstag, 06 Februar 2018 20:25)

    Sehr schöne Fotos, auch mir gefällt das farbenfrohe Kolibribild auf Anhieb. In Berlin ist es sonnig, aber sehr kalt. Alles gefroren - ich habe trotzdem die ersten kleinen Hornveilchen gekauft. Sie stehen tagsüber außen auf dem Fensterbrett, nachts im Zimmer. Freut euch an der üppig - grünen Natur, den Pelzbergen, dem Meer und genießt jeden Tag, den ihr dort und nicht hier verbringt....

  • #3

    Moni (Dienstag, 06 Februar 2018 20:28)

    Was mir immer wieder auffällt:
    Ihr geht mit offenem, wachen, vorurteilsfreien Blick durch den Tag....Das gefällt mir sehr. Ich freue mich auf jeden neuen Eintrag.

  • #4

    Ralf M (Dienstag, 06 Februar 2018 20:47)

    Hallo Ihr, ganz liebe Grüße aus wenig Schnee und etwas Kälte in der Heimat. Jimdo wollte mich am Anfang nicht Schreiben lassen. Jetzt klappt es. Hummingbird-Area + Fotos von diesen traumhaften Vögeln bieten einen besonderen Reiz.
    Schöne Tage und sicheres Reisen. LG

  • #5

    Christiane (Montag, 12 Februar 2018 17:54)

    Hallo, eure Bilder zeigen ja eine schöne üppigeVegetation . Der Kolibri sitzt auf einer Albicia, und so ein Seidenbaum steht auch in meinem Garten. Dann könnten mich die Kolibris doch mal besuchen kommen. Hahaha. ...ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es ist, einen Kolibri ohne professioneller Fotoausrüstung zu fotografieren. Liebe Grüße und weiterhin eine schöne Reise.

  • #6

    Guenter Weiss (Freitag, 19 Juli 2019 12:49)

    Hallo,
    kann man vor dem Hummingbird Beach Resort im Meer Baden?

Günther Müller

Hallo, ja, man kann dort grundsätzlich baden. Aber uns war das Ganze zu unheimlich. Nicht weit vom Hummingbird Hotel wurde alles Oberflächenwasser der Stadt in das Meer geleitet. Wir haben deshalb auf ein Bad verzichtet und sind wie berichtet nach rechts und nach links in benachbarte Buchten ausgewichen. Wir haben vereinzelt locals mit Kindern im Wasser gesehen. Der Strand gehört der Kommune, die den Strand nicht säubert. Dem Hotel gehört der Strand nicht, deshalb säubert das Hotel den Strand auch nicht. Wir haben nachgefragt, auf die Idee im eigenen Interesse für die Hotelgäste zu säubern kommt niemand. Der Zugang zur nächsten Bucht links kostet 50 $ pro Person, die einen Verzehrgutschein darstellen. Die nächste Bucht rechts ist recht eng und wird von Booten frequentiert.

Hummingbird Beach Resort, Sufriere, St. Luchia, Dienstag 6. Februar 2918

 

Wechselbad der Gefühle. Wir hatten hier wenig erschlossene, weite, weiße Sandstrände mit Vegetation bis ans Ufer erhofft. Statt dessen ungepflegter Hotelstrand, Liegen aufgestapelt und nicht im Gebrauch, andere Strände in der Nähe ganz oder zu 90 % in der Hand von Hotels, Wassertaxis im Wasser davor. Ein Hotel möchte an der Schranke 50 US $ pro Person für einen Essens- und Getränke Gutschein, sonst kommt man gar nicht auf das Gelände.

Auf der anderen Seite das große Staunen über den üppigen Regenwald landeinwärts gleich hinter Soufriere. Was für ein Überfluss an Pflanzen, Blüten. Und irre hoch. Der Wrangler Jeep ist schon etwas in die Jahre gekommen, fährt sich aber gut und ist einfach zu handhaben. Mit den großen, breiten Reifen kommen wir besser über die Schlaglöcher als mit den kleineren und schmaleren des Jimny. Aber der war agiler. 

Der Vulkan hier bei Soufriere ist vor ca. 12.000 Jahren kollabiert und hat einen 12 km2 Krater hinterlassen, in den man hineinfahren kann. Drinnen sind diverse Schwefelquellen aktiv, der letzte richtige Ausbruch war vor 200 Jahren. Man sagt da wäre jetzt der nächste eigentlich fällig. Um nicht überrascht zu werden, ist ein Überwachungssystem aufgebaut worden. Seismische Tätigkeit, Beobachtung der Tiere ob sie in höher gelegene Gebiete flüchten, Intensität der Schwefelquellen. 

Als ich gestern Briefmarken für Postkarten nach Deutschland gekauft habe, schaute der Postangestellte in den PC und fragte mich dann mit einem Zweifel in der Stimme: das liegt doch in Europa, oder?

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Kommentare: 6
  • #1

    Elke (Mittwoch, 07 Februar 2018 20:20)

    Hi Ihr Lieben,
    jaaa, Briefmarken sind gekauft...!!! Wie die wohl aussehen?
    Bis jetzt sind die Bilder von den Regenwald-Pflanzen für mich das Tollste... und das Bild von der Seacloud 2. Ich habe gleich in meinem Kreuzfahrt-Buch nachgelesen.
    Und jetzt rede ich mit meiner Musa im Wohnzimmer.Soll man mit Pflanzen ja. Sniff.

  • #2

    Kai (Freitag, 09 Februar 2018 20:06)

    Kann man denn nicht vielleicht die schöne "seacloud" besichtigen?
    So ein hübsches Schiff. Tolles Foto. Ein Freund von uns, Produktionsleiter einer Berliner Filmfirma, hat jahrelang Filme auf der "seacloud" gedreht....

  • #3

    Günther (Freitag, 09 Februar 2018 21:27)

    Kai, auf einem Fünfmaster der Reederei Star Clipper hatten wir vor 10 Jahren mal einige Tage lang das jährliche internationale Geschäftsführer Treffen, damals im Mittelmeerraum. Ja, das war schon ein einmaliges Reisegefühl!

  • #4

    Moni + Kai (Samstag, 10 Februar 2018 21:37)

    Toll, die Royal Clipper unter Segeln, ein majestätischer Anblick. Und wie abgrundtief hässlich der andere Kahn dagegen mit den angetackerten Masten....

  • #5

    Sabine (Sonntag, 11 Februar 2018 09:56)

    Ich möchte beim nächsten Mal im Filterkaffee einen "cold brew" bestellen

  • #6

    Ruth (Montag, 12 Februar 2018 19:59)

    Hallo Sabine, deine Bestellung ist in Arbeit!

Hummingbird Beach Resort, Sufriere, St. Lucia, Donnerstag 8. Februar 2018

 

Die letzten zwei Tage waren wir "im Auto über Land". Gnädigerweise. Denn die Mietwagen Vertragsbedingungen sagen: für Fahrer bis 65 Jahre. Ich habe dann wohl doch noch einen ausreichend rüstigen Eindruck für eine Ermessensentscheidung der Vermieterin gemacht.

Am ersten Tag waren wir ja in der stinkenden Schwefelhölle und im Regenwald. Gestern am zweiten Tag haben wir uns Castries angesehen, wo gerade ein Kreuzfahrtschiff am Kai lag. Ein gesichtsloses Städtchen, geschäftig, ganz nette Menschen, ohne Höhepunkte. Da war der Weg das Ziel. Durchschnittsgeschwindigkeit 30 km/h, berghoch, bergrunter, eine Aneinanderreihung von Serpentinen. Durch großartigen, gewaltigen Regenwald, riesige Farne, meterhohe Pflanzen die wir klein aus dem Blumentopf kennen, wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Zum Sattgucken. Der Weg an einen kleinen Wasserfall drei Kilometer abseits der Durchgangsstraße erfordert Vierradantrieb und kleine Übersetzung. Dann nur noch Wasserrauschen, Vogelgezwitscher. Eine einsame Bude, ein einsamer Typ der 10 East Caribbean Dollar (3 Euro) pro Nase kassiert und sich beim Mittagsschlaf gestört fühlt. Vom hohen Schefelgehalt trübe gefärbtes Wasser ist an einigen Badestellen aufgestaut, sieht aus, als sei seit 100 Jahren niemand mehr drin gewesen. Soll aber u.a. gegen Reuma helfen. Wir verzichten auf die Probe.   

Auf dem Weg in den Regenwald, hier noch der gut ausgebaute Teil.

Rum Erfahrungen: neulich fand ich in einem Restaurant "strong rum" und habe ihn bestellt. Weiß, ausgeprägt süßer Geschmack, 80 %! Schmeckt in ganz kleinen Schlucken getrunken durchaus gut. Ein großer Schluck verätzt wohl den Hals. Dann wäre da noch der" spiced rum", jeder hat da wohl sein eigenes Rezept. U.a. Zimtstange, Ingwerwurzel, Sternfrucht usw. in eine Flasche, Rum drauf, ziehen lassen, fertig. Gibt es industriell hergestellt, viel aufregender sind aber die individuellen Mischungen der lokalen Restaurants. 

 

Heute haben wir auch mal Kaffee als "cold brew" probiert, das war eine richtig gute Erfahrung. Kaffeepulver mit kaltem Wasser aufgießen und 12 Stunden im Kühlschrank ziehen  lassen. Durchfiltern und einen Teil davon für Eiswürfel verwenden. Kaffee über einen Kaffee-Eis-Würfel gießen und servieren, mit etwas Ahorn Sirup und hier auch mit etwas Kondensmilch, die wir uns aber versagt haben. Ein köstlich runder, milder, säurearmer, fast säurefreier Genuß. Dazu waren die Kaffeebohnen von der Insel auch noch schonend, wohl bis zu 30 Minuten geröstet. Mal sehen, ob wir das auch hinbekommen. 

Die Insel verweigert sich dem Individualtourismus. Hinweisschilder auf die in den Reiseführern angepriesenen Attraktionen gibt es erst, wenn man da ist. Die Restaurants tuen meist recht vornehm, werden ihrem Anspruch aber nicht gerecht. Gekühlter Weißwein war in einem auf französisch getrimmten Restaurant auch nach mehreren Versuchen nicht zu bekommen. Und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nicht. Dafür bieten dann lokale Reiseveranstalter Ausflüge zu horrenden Preisen an. Da waren wir mit dem Mietwagen besser bedient und konnten selbst entscheiden, wo wir wie lange bleiben wollten. 

 

Im Hotel haben wir nachgefragt, warum der Strand so ungepflegt ist. Ja, das sei ein häufig vorkommendes Missverständnis.Der Strand sei doch öffentlich, er gehöre doch gar nicht zum Hotel. So einfach löst sich das Problem, so weit zum Thema Kundenorientierung. 

 

Über dem Ort Sufiere liegt eine Atmosphäre des Zerfalls. Schöne alte Holzhäuser rotten vor sich hin. Von dem in Reiseführern erwähnten "historical walk" weiß hier niemand was. Viele Menschen sitzen tagsüber und auch abends gelangweilt am Rande der Straßen. Insgesamt morbid. Von den großen Hotelzentren werden Menschen über See herangebracht, zur Besichtigung des botanischen Gartens und des Schwefelspeienden Kraters. Und verschwinden anschließend gleich wieder. Aufstieg einer Region, einer Insel sieht anders aus. 

Hummingbird Beach Resort, Sufriere, St. Luchia, Freitag 9. Februar 2018

 

30 grad am morgen, leichter Wind, trocken, einige Wolken am Himmel. Ich spreche an der Rezeption über unsere trostlose Erfahrung in der Stadt, gestern. Ja, das sei eine Geisterstadt. Ein Brand hat ein großes Gebäude im Zentrum, gleich an der Kirche, vor zwei Jahren in Schutt und Asche gelegt. Dann wurde ein hässlicher Bauzaun drumherum gezogen und seitdem ist nichts passiert und niemand weiß, wann was passieren wird. Mit dem Brand seien auch andere Aktivitäten zum Stillstand gekommen, mit denen die Stadt wiederbelebt werden sollte, alte Häuser gerettet werden sollten. Alte Bausubstanz, da waren wir uns einig, ist ja durchaus noch zu erahnen. 

 

Ein Angestellter des Hotels nebenan harkt den Stand, auch den öffentlichen Teil. Bei uns gibt's auf Anfrage Liegen, das Säubern überlässt man der öffentlichen Hand und die tut nichts. Einige haben den Schuss gehört, die Meisten haben ihn noch nicht gehört. 

 

Gestern haben wir in der Nähe der Hauptstadt Castries Station in Eudovic's Kunstladen gemacht. Dort befindet sich eine Holzschnitzer Werkstatt und daneben gleich ein Laden mit den fertigen Schnitzereien. Schöne Ideen. landesbezogene Motive, gute Erklärungen zur Symbolik hinter der Motivwahl. Erläuterungen auch zum Holz, alles von der Insel. Wir sind begeistert und nehmen ein paar Stücke mit. 

Heute ist der letzte Tag auf St. Lucia. Gang durch Sufriere an bekannte Orte, alle Attraktionen abgegrast. Vor uns in der Bucht eine neue Attraktion: Royal Clipper, Fünfmaster von der Reederei Star Clipper. Genuß zusammen mit ca. 250 Passagieren statt im schwimmenden Hochhaus mit 2.500 Passagieren. Sieht das Schiff toll aus!

Hummingbird Beach Resort, Soufriere, St. Lucia, Sonnabend 10. Februar 2018

 

Nach der Abschiedsvorstellung gestern Abend packen wir ein und fliegen nach Trinidad, von dort weiter nach Tobago. Ob die Menschen dort wohl lockerer drauf sind als auf den bisherigen Inseln?