Blue Waters Inn, Speyside, Tobago, Montag 12. Februar 2018

 

Angekommen. Am Ziel unserer Träume. Ganz unvermittelt. Schöne, weite, geschützte Bucht, nur ein kleines Hotel, leichte Brandung, Vogelzwitschern in den Bäumen direkt am Strand, ordentliches Essen, Wasser ideal zum Schwimmen. Wir fühlen uns mächtig wohl. 

 

Der Flug von St. Lucia nach Trinidad dauerte in einer ATR 72 Propellermaschine gerade mal 45 Minuten. Dann akribische Einreiseformalitäten. Was für "items" wir denn dabei hätten. Na alles, was man für fünf Wochen Karibikurlaub brauche. Was das denn sein. Na Hemden, Hosen, Unterwäsche, ... Da gab der  pflichtbewusste Zöllner endlich auf und wünschte einen guten Aufenthalt. Dann erneut check in und 20 Minuten Weiterflug nach Tobago. Voll besetzt, denn die Fähre war wegen Seegangs nicht unterwegs und wegen Karneval wollten doch viele Menschen hin und her. 1,5 Stunden Fahrt quer durch die Insel und jetzt sind wir hier an diesem idealen Ort. Nicht überlaufen wie auf Antigua, wo wir mit dem Mietwagen an einsame Strände gefahren sind. Nicht mückenverseucht und mit ungepflegtem Strand und Stadt wie auf St. Luchia. Einfach nur wohlfühlen. Auf der Atlantikseite der Insel. Gestern waren wir mit dem Taxi mal auf der Karibikseite im nahegelegenen Charlotteville. Zurück in die 60ziger Jahre. Ein paar "Restaurants" in Bretterbuden am Strand, ordentliche einheimische Kost aber irgendwie nicht einladend. Also zurück ins Hotel.

 

Der Taxifahrer hat uns in existenziellen Fragen weitergebracht: Statt des langweiligen Carib Biers wird hier noch ein etwas schmackhafteres Stag Bier hergestellt. Bei den braunen Rumsorten sagt man, stelle sich leichter ein dicker Kopf am nächsten morgen ein. Die weißen Rumsorten seien da besser, allen voran white oak. Das ist doch schon einmal Testaufgabe für die nächsten Tage.  

Gestern, am Sonntag, sind wir mit dem Taxi über den Berg auf die Karibikseite der Insel gefahren, nach Charlotteville, einem netten kleinen Fischerdorf laut Reiseführer. Sehr schöne Bucht, kleine Fischerboote und einige unauffällige Segler. Großer, gepflegter Rasensportplatz mit Flutlichtanlage. Sehr einfache Häuser, das empfohlene schlichte Restaurant "Suckhole" hat nur mittags offen. Der ATM spuckt den Gegenwert von 120 Euro aus, danach ist er "out of order". Wir finden am Strand noch einen anderen  Bretterverschlag, ein Restaurant, großer Gastraum, quer durch eine Theke mit einem Gitter von der Decke das kurz über der Theke endet. Fisch oder Hühnchen, keine Getränke, die gibt's 400 m entfernt. Ich nehme Hühnchen, schmeckt gut. Die 10 Weißen aus Tobago, die zusammen an einem langen schlichten Holztisch sitzen, bieten einen Platz an ihrer Tafel an. Schwarze aus Tobago sitzen an anderen Tischen. Wir gehen zurück und trinken Bier in einem anderen "Restaurant", dort sitzen nur Schwarze im angeregten Gespräch. Sie sprechen Englisch mit einem Akzent, den wir auch unter großer Anstrengung nicht verstehen. Sogar Bewohner aus Trinidad sagen, dass sie Schwierigkeiten beim Verständnis haben. Der Ort lädt nicht zum Verweilen ein. Aber alles ganz harmlos. (Ruth: eine Toilette in dieser Gegend zu finden erweißt sich als schwierig! Da heißt es durchhalten oder eine unbeobachtete Ecke am dunklen Strand finden. Aber kein Problem für eine erfahrene Afrika-Reisende !.......)

  

Heute ist ja nun Rosenmontag, arbeitsfrei in Trinidad/Tobago. Wir nehmen ein Taxi nach Rocksville, dem nächsten Ort auf der Atlantik Seite und der nächste Ort, in dem Karneval ein wenig gefeiert wird. Auf dem Weg hält uns eine Gruppe von oben bis unten schwarz angemalter Gestalten, Teufel, an. Sie nehmen bedrohliche Haltung ein, fuchteln mit allerlei Gerätschaften, machen Krach und lassen uns durch. Wir steigen am Ortsrand aus, Straße wegen Karneval gesperrt. Es scheint drei Karneval Gruppen zu geben, jede hat einen LKW voll mit Boxen, hauptsächlich Bassboxen, und schickt Rhythmen in die Luft was nur Verstärker und Boxen hergeben. Und die geben unwahrscheinlich viel her!  Die Tanzgruppen bewegen sich eher zögerlich und nur gelegentlich, jeder redet mit jedem, lachende Gesichter sind selten. Der als Zuckerrohr König verkleidete Tänzer hat Down Syndrom und wird wie selbstverständlich integriert. Überall improvisierte Stände mit Bier, Rum, Süßigkeiten, kleinen Gerichten. Auf einem großen Platz tanzt jede Gruppe noch einmal vor einer Jury, danach löst sich alles irgendwie in Wohlgefallen auf. Nach Einbruch der Dämmerung gehen die Kostümierten nach Hause, die Straßen füllen sich mit Gestalten voll des Bieres, wir riechen auch den süßen Duft des Hasch. Insgesamt eine zurückhaltend, friedliche Stimmung. Man kennt sich, so richtig Interaktion zwischen den Gruppen auf der Straße und den Passanten findet nicht statt. Man feiert unter sich, ausländische Gäste sehen wir nicht. Der ATM an der Tankstelle ist "out of order", Der ATM an der lokalen Bank "kann mich leider nicht bedienen". Die Häuser erscheinen armselig, einige im Zerfall, an anderen wird gebaut. Alles sieht irgendwie provisorisch aus. Da wir die Einzigen sind, die sich nach Rocksville zum Karneval aufgemacht haben, werden wir vom Taxifahrer und dann noch einmal vom Hotelpersonal intensiv zu unseren Eindrücken befragt. In der Hauptstadt sollen sich am Dienstag Karneval Gruppen treffen, dann vielleicht auch mit Steelbands.   

Ruth: Für alle daheim gebliebenen Männer!

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Kommentare: 5
  • #1

    Tina (Dienstag, 13 Februar 2018 18:55)

    Hallo Mapa,
    das sind ja tolle Eindrücke vom Karneval, z.T. Bombe :) Freut mich, dass ihr auf Tobago einen schönen Fleck gefunden habt, landschaftlich sieht das toll aus! Wir haben dieses Jahr auf Karneval verzichtet, war aber auch in Ordnung, stattdessen haben wir die letzten Unterkünfte in Südafrika gebucht. Wegen des Mietwagens würden wir gerne auf euch warten, da steigen wir nicht durch...

    Viele Grüße auch von Eddy!

  • #2

    Ruth (Dienstag, 13 Februar 2018 21:34)

    Hallo Tina und Eddy,
    mit dem Auto, das machen wir später. Schön, das ihr die Unterkünfte jetzt habt. Dann kann es ja bald los gehen.--------
    Haben gerade eine Vogelbeobachtungs- und glassbotton-Boat- Tour hinter uns. Leider haben die Ornitologen so viel Zeit für die dämlichen Piepmätze für sich beansprucht (mit Bergbesteigung! bei 29 Grad), so das ich nur noch ca. 10 Fische sehen konnte! (Ich hab dann unten am Wasser gewartet). Klasse! Meine Schnorchelmaske ist erst einmal zum Einsatz gekommen! Leider. Lieber Gruß Mama

  • #3

    Elke (Mittwoch, 14 Februar 2018 11:03)

    Hallo Ihr Lieben,
    apropos Piepmatz: unser kleiner Piepmatz verbreitet hier Aufbruchsstimmung, seit Tagen wird hier zusammengesucht und gepackt, heute Mittag solls losgehen zum Praktikum ins Schwabenländle. Hoffentlich können wir uns noch verständigen, wenn wir zu Besuch kommen... Oder die lernen da, Moinmoin zu sagen. Das wird hier sehr sehr ruhig werden.... Wir haben zusammen jeden Abend Eure neuesten Nachrichten gelesen.
    Hier gibt es jetzt jede Menge Sonnenschein , knallblauen Himmel und Kälte. Ich zähle die Wochen zur Eröffnung der Freibadsaison. Seid herzlich gegrüßt von den schwimmenden Seezeichen

  • #4

    Ruth (Mittwoch, 14 Februar 2018 16:23)

    Hallo Elke,
    du leidest doch wohl nicht unter dem "empty nest syndrom"? In diesem Fall werde dir dann öfter mal ein "Moinmoin" rüber senden! Oder dich geplant "volllabern", dann bist du froh, wenn du wieder deine Ruhe hast! Herzlicher Gruß!

  • #5

    Sabine (Mittwoch, 14 Februar 2018 17:28)

    Unser Karnevalsumzug in BS war wieder sehr schön und es gab auch einige leichtbekleidete Damen, die sich bei O Grad auf den Wagen oder im Umzug bewegten. Die Fotos der verkleideten oder geschmückten Damen sind klasse.

Blue Waters Inn, Speyside, Tobago, Dienstag 13. Februar 2018

 

Im Fernsehen läuft schon am Vormittag die Life Übertragung des Karnevals in Trinidad. Große Gruppen, alle in Bewegung, phantasievolle Kostüme, sehr viele Tänzerinnen mit dem mobile in der Hand, das fiel gestern auch hier schon auf, wegen der selfies, und im Kostüm ist ja wenig Platz noch was wegzustecken. Sieht auch alles weniger gewichtig aus als gestern hier im Abseits. Ich frage mich, welches denn nun das authentischere Erlebnis ist.

Ruth: Na, wo sind die seltenen Vögel? Vielleicht doch im Wasser? (Oder sie sitzen direkt auf der Hotelterrasse? Hi,hi! )

Sorry, aber diese Aufnahmen konnte ich mir einfach nicht verkneifen! Das sind so die kleinen Freuden des Urlaubs! Loriot lässt grüßen!

Blue waters inn, Speyside, Tobago, Mittwoch 14. Februar 2018

 

Wir wurden schon gestern abend gebeten, das feierliche Abendessen für den heutigen Valentinstag auszuwählen. Der Tag  begann mit Sturm in der Nacht und bedecktem Himmel am Morgen. Warme Temperaturen, am Vormittag kommt die Sonne durch. Angesichts des Seegangs haben wir vom Glas Bottom Boot aus gestern nicht so sehr viel gesehen. Außerdem ist die Farbvielfalt der Korallen beschränkt, alles in braun, grau, dunkelgrün. Aber an Land geht die Post ab.

Jedenfalls für die häufig vertretenen ornithologischen Sachverständigen. Ich lerne dazu, und erfreue mich an großartigen Ausblicken. Ruth unterhält sich derweil unten am Strand mit dem Schiffsjungen über die reinigende Kraft des Meeres und deutet mit dem Finger an, dass man sich durchaus mit Meerwasser die Zähne putzen kann. Und ausspülen durch die Nase ist auch gesund! Dabei sollte man sich aber immer ein Nasenloch zuhalten!

Diese Konversation endet nach  Mißinterpretationen der Gesten bei der anregenden Kraft des Kokains. (Ruth: der versteht eben kein Englisch!!! Auf den versprochenen "reinen Stoff" habe ich dann doch verzichtet! Ich konnte mir das Lachen wirklich nur schwer verkneifen! ) So hat jeder sein Ersatzvergnügen, wenn schon auf bunte Korallen und auf Schnorcheln im glatten, transparenten Meer verzichtet werden muß.

Die ornithologischen Sachverständigen beeindrucken einander damit, wer, was, wann schon einmal gesehen hat. Ich spüre erst Mitleid, dann Ignoranz, weil mir da ganz offensichtlich zivilisatorische Muß-Erfahrung noch fehlt. Ich glaube, ich habe nicht intensiv genug nachgefragt und mich mit meinem großen Erstaunen norddeutsch gehemmt zu sehr zurückgehalten. So beobachten wir einander mit respektvoller Distanz und konzentrieren uns voll auf die Vögel. Ich beobachte, wie Dutzende von Vögeln im starken Wind elegant an den Felsen entlang segeln, unten die Brandung. Bei Verfolgung einzelner Vögel im Flug durch das Fernglas wird einem fast schwindelig im Kopf von dem Auf und Ab des Fluges.  

Langsam kommt die Sonne durch. Schluß mit dem Schreiben, Vorbereitung des Strandlebens.

Wir sind genug geschwommen. Der nächste Programmpunkt heißt "Valentine Dinner". Im hoteleigenen Restaurant "Aqua". Angeblich existiert davon auch eine kleine Dependance in Wolfsburg. 

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Kommentare: 8
  • #1

    Elke (Donnerstag, 15 Februar 2018 09:19)

    Hihi Ruth, das sind genau die Fotomotive, die mir am besten gefallen, mach weiter so, bleib dran!!! Jetzt erinnere ich mich wieder, warum ich meinen Mann damals so lange vollgemault hatte, dass wir für Island KEINE Bustour buchen, sondern alleine fahren. Bin gespannt, was Dir die Motivklingel noch so melden wird.
    Das passt alles zu meiner momentanen Lektüre: Gebrauchsanweisung für Kreuzfahrten (Piper Verlag).
    Wachsen Euch schon Schwimmhäute zwischen den Zehen?

  • #2

    Tina (Freitag, 16 Februar 2018 16:28)

    Habt ihr so viele Moskitos am Tag oder warum sitzen die Vogelbeobachter in voller Robe da? Ihr hättet ja wenigstes mal mit eurem Wissen über den Glattschnabelani angeben können! Schade, dass die Tauchermaske erst einmal im Einsatz war, ich drücke die Daumen, dass sich das noch ändert!

  • #3

    Kai (Freitag, 16 Februar 2018 22:08)

    Moin Ruth, falls es dich zu trösten vermag : Ich habe schon eine Tauchermaske durch die Wüsten des australischen outback geschleppt. Sie kam erstaunlicherweise NICHT zum Einsatz ....

  • #4

    Ruth (Freitag, 16 Februar 2018 22:09)

    Elke: Ja, so langsam mutieren wir zum Fisch!
    Tina: Nein, hier sind überhaupt keine Moskitos! Aber Ornithologen glauben, nur in der richtigen Montur beobachten zu können. Sie sind bestimmt später noch in die Berge gewandert, aber auch da ist normale Kleidung ausreichend. Übrigens in Südafrika muss man auch nicht ständig Safari mäßig gestylt sein. Und Wanderschuhe sind auch nicht nötig! Es sei denn, man will geführte Touren durchs Gelände per Fuß machen.Sollte es einem wichtig sein als Tourist sofort erkannt zu werden, ja dann natürlich Safari-Look! ---Das mit dem Schnabelani hab ich ganz vergessen. Jetzt sind die Vogelfreunde weg, sonst hätte ich denen den Schnabelani (engl.: Schnäbeläni-Bird) natürlich auf englisch beschrieben. Was wären die neidisch gewesen........

  • #5

    Ruth (Freitag, 16 Februar 2018 22:15)

    Mensch Kai, dass tröstet mich jetzt wirklich!!!!!!!!! Aber du hättest beim Sandsturm kein Sand zwischen die Zähne und in die Augen bekommen!

  • #6

    Elke (Samstag, 17 Februar 2018 13:49)

    Hallo Ihr Wasser-Land-Lebewesen!!!
    Was für ein schönes Blau auf den Bildern, also dieser Pool....sagenhaft, wollt Ihr mich quälen?????
    Schade, dass es keine neuen Bilder von Euren Miturlaubern gibt, die haben mich an Professor Bienlein erinnert. Irgendwo hier im Haus sind noch jede Menge Tim-und-Struppi-Bücher...!!
    Ja, und sonst: Bin gerade aus der Sporthalle zurück, ca. 30 kids mit Gürtelprüfung da, nächsten Samstag kommt wieder ein Schwung.
    Nachher wollen wir noch prüfen, ob die Glückswaffel-Qualität noch stimmt!
    Also, weiterhin guten Reiseablauf, Ruth, hast Du schon eine Dori gesehen??? Einfach schwimmen, einfach schwimmen!

  • #7

    Kai + Moni (Samstag, 17 Februar 2018 19:15)

    Liebe Ruth, Kais Tauchermaske kam letztendlich aber doch noch zum Einsatz: im Great Barrier Reef- vor fast 30 Jahren, als es dort noch viel zu sehen gab. Es lohnt sich also doch, sie mitzuschleppen. Kai hat Schnorchel, Brille und Flossen immer dabei, egal wohin wir fahren, sie wäre auch bei einer Hochgebirgswanderreise im Kofferraum - da könnte ja mal ein Bergsee sein.
    Und: ja, du bist schön schlank....hat das denn noch keiner der Kommentare schreibenden Freunde bestätigt? Lass es dir von Kai und mir gesagt sein. Die weiße Hose sieht gut an dir aus....
    Meine Hornveilchen, verfrüht im Überschwang des mittäglichen Sonnenscheins gekauft, müssen nach wie vor innen auf der Fensterbank übernachten. Zu kalt, zu frostig...leider mögen sie das gar nicht. Genießt die Sonne auf der Haut- wir freuen uns auf euren blühenden Garten und cappuccino im Freien. Hoffentlich bald. Ciao, bis bald.

  • #8

    Birgit (Sonntag, 18 Februar 2018 19:58)

    Liebe Ruth, lieber Günther,
    ich verfolge eure Einträge aufmerksam und bin ganz begeistert von den tollen Beschreibungen und Fotos. Wir frieren uns hier den Hintern ab, d.h. in der Zeit, die nach der Arbeit noch übrig ist ;-) Unsere Piepmätze, scheint ja ein Highlight in eurerm Blog zu sein, haben schon fast 50 kg Vogelfutter weggeputzt, leider ist keine Schnablani dabei nur ordinäre Amseln, Spatzen und Meisen, aber die sind auch ganz putzig. Ganz herzliche Grüße von der gesamten Hübner-Bande, Birgit

Blue Waters Inn, Speyside, Tobago, Freitag 16. Februar 2018

 

In den Tag hineinleben, die Gedanken schweifen lassen, vor sich hin träumen. Keine Regenschauer mehr, 26 Grad, heiter bis bewölkt, immer ein frischer Luftzug. Ein wunderbar leichtes Lebensgefühl. Wir waren viel im warmen Atlantikwasser, eine Wohltat für Körper und Geist. Wir sind sehr gern in diesem Hotel. 

 

Der Platz könnte irgendwo auf der Erde sein. Ein Gefühl von Beliebigkeit. Was ist die Identität der Karibik? Wir hatten Fröhlichkeit erwartet, und nicht gefunden. Wir hatten traditionell geprägte Ortskerne, Ortsteile erwartet, und nicht gefunden. Alt zerfällt, neu geht wahllos und geschmacklos dazwischen. Nichts von wegen Idyll. Bleiben wunderschöne Strandabschnitte und das eine oder andere Restaurant. Ausgelassener Karneval wohl nur in Trinidad, ausgelassene Feste wenn überhaupt an Strandabschnitten mit großen Hotels. Die haben wir nicht besucht. Wir hätten gerne Neues aufgenommen. Neues, das innerlich bewegt. Schade, daß vom Korallenriff so wenig übrig geblieben ist, so wenig Farbe, so wenig Fische.

 

Morgen fliegen wir weiter nach Grenada. Auf den Bildern sehen wir einen endlos langen Strand. Wir freuen uns auf die nächste Erfahrung.   

Blue Waters Inn, Speyside, Tobago, Sonnabend 17. Februar 2018

 

Schade, hier hätten wir noch ein paar Tage ausgehalten! Angenehmes Publikum, die üblichen Nervensägen fahren woanders hin. Keine Musikberieselung, wer's braucht, holl's sich aus dem Netz. Das funktioniert gut. Das abwechlungsreiche Spiel von Sonne und Schatten unter den Bäumen direkt am Strand hilft, die Haut vor zu viel Sonne zu schützen. 

 

Der Bootsführer von der Tauchschule ist betrübt angesichts einer bislang schlaffen Hauptsaison 2018. Oft sind die Hotels dann aber nach Karneval erst voll belegt, auf diesen Schub hofft er in den nächsten Wochen. Leider profitiert die Bevölkerung nicht von den reichen Erdöl und Erdgas Einnahmen des Landes. Die Arbeitslosigkeit, vor allem die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch. Trotz eigener Asphaltvorkommen (gibt es nur an drei Stellen in der Welt) sind die Straßen in einem dürftigen Zustand. In den Schulen werden auch mal 15 jährige mit einer Pistole in der Tasche erwischt. Kleinkriminalität nimmt zu. Der Bootsführer beklagt eine schlechte Regierung und hofft auf den neuen Premierminister, der von Tobago stammt. Der Tourismus auf Tobago hat in den letzten Monaten sehr gelitten, nur noch 20 % des letztjährigen Niveaus. Die einzige Fährverbindung zwischen den beiden Inseln fährt aus technischen Gründen nicht mehr und niemand weiß, wann Ersatz beschafft werden kann. Eine irre Nachricht, angesichts sprudelnder Erdöleinnahmen.Good governance sieht anders aus. Da blutet einem das Herz.  . .