Anflug auf Trinidad ! Irgendwie sitzen wir immer neben dem Propeller: Zufall

Coyaba Beach Resort, Grenada, Sonntag 18. Februar 2018

 

Langer Strand, keine hohen Gebäude, karibische Musik bis 22.30 Uhr aus der Bar nebenan, herrliches Wasser zum Schwimmen, viele Locals vergnügt spielend am Strand. Das Hotel wie alle anderen Gebäude nur einen Stockwerk hoch, modern, funktional, Beton. Drinnen gekünsteltes, britisches Benimm aus dem letzten Jahrhundert, künstlich bis zum Umfallen. Konventionen als menschliches Rückrat. Zum Wohlfühlen unter diesen Gästen fehlen uns wohl 20 Jahre Reife. Aber lustig zu beobachten ist die Szene schon. Rundherum gute Infrastruktur, die wir zu Fuß erreichen. Die Vertreterin der Reiseagentur hat uns nützliche Informationen gegeben. Wir planen eine Mischung aus Schwimmen und Strandspaziergängen Busfahrt in die nahe Hauptstadt, zwei Tage Mietwagen zur Erkundung der Insel. In der näheren Umgebung gibt es genug kleine Restaurants, in denen wir lokale Küche probieren können.

 

Was für ein Gegensatz zur abgeschieden Ruhe und informellen Lässigkeit unseres Hotels auf Tobago!

Im Gegensatz zur Kneipe nebenan steht unser Hotel für gehobene Lebensart. Auszug aus dem Dress Code for Dinner:

Herren. Jeans: keine Löcher, dürfen nicht unter den Hüften sitzen. Hosen: keine Shorts. Hemden: mit Kragen. Schuhe: keine Sandalen.

Damen. Keine Shorts. Kleider: dressy (?), nicht exzessiv mini. Schuhe: keine flip flops, keine sneakers. 

Der Begriff "dressy" wird im ausführlichen Damen Dress Code gleich viermal herangezogen, vermutlich aus gesundheitlichen Gründen, Herzinfarkt bei männlichen Hotelgästen versaut einfach die Bewertungen. 

Coyaba Beach Resort, Grenada, Montag 19. Februar 2018

 

Zimmer vom linken in den rechten Gebäudeflügel gewechselt, hier werden wir von Kompressor Geräuschen der Tauchschule und dem Rasseln der Küchenentlüftungen verschont. 

 

Das Thema Vögel verfolgt uns. Wie schon auf Tobago wollen auch hier diverse Vögel ihren Anteil am Frühstücksbüfett haben. Um das zu verhindern werden die Frühstückenden hier eingesperrt. Der Frühstückspavillion ist mit Netzen zugehängt, nur im Eingangsbereich wurde eine Lücke gelassen. Die Vögel haben gelernt, viele kleine Durchlässe zu nutzen. Sobald sich jemand vom Tisch entfernt, kommen sie zu Tisch, bis der Service kommt und abräumt. Unterhaltsam. Einige Gäste machen böse Gesichter, not amused, sie sehen Krankheitserreger und Krankenhausaufenthalt vor dem geistigen Auge. Beim Zustand des englischen Gesundheitssystems eine grausame Vorstellung. 

 

  

Coyaba Beach Resort, Grenada, Dienstag 20. Februar 2018

 

Ab heute haben wir für zwei Tage einen Toyota RAV 4. Wir fahren um die Bucht herum nach St. George, die Hauptstadt. Wir finden die Attraktionen aus den Reiseführern und sind enttäuscht. Ja, zwei, drei Gebäude im gregorianischen Stil sind noch da, mit Regierungsbehörden drin. Ja, Läden in der Young Street gibt es, interessant aber nichts, was begeistert. Die meisten Stände auf dem Markt geschlossen. Wir finden wenigstens ein kleines Aquarell eines Lokalen Künstlers, das wir zu Hause gern in die Reihe der Aquarell Miniaturen aus Urlauben einreihen möchten. Wir setzen die Inselrundfahrt auf der Küstenstraße fort. Sie besteht aus Kurven und ist eng, mit Glück lassen sich 30 kmh Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen. Beim Anblick der Orte kommt keine Begeisterung auf. Der Besuch des Concorde Wasserfalls weckt Emotionen: mit vielleicht 15 Metern Höhe und wenig Wasser eher enttäuschend, der athletisch gebaute Springer beeindruckt, der anschließende tropische Regenguss auch, jedenfalls vom geschützten Unterstand aus. Besuch einer aufgegebenen Gewürzplantage: freundliche, informative Führung, kleiner Einkauf, erledigt. Restliche Inselumrundung kurvenreich anstrengend ohne Höhepunkte. Ruth ist schummerig im Kopf, wir beide sind enttäuscht.  

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Kommentare: 6
  • #1

    Tina (Dienstag, 20 Februar 2018 18:33)

    Gut seht ihr aus! :)

  • #2

    C und K (Mittwoch, 21 Februar 2018 23:18)

    Braun gebrannt und erholt :)
    Wunderbar!

  • #3

    Sabine (Donnerstag, 22 Februar 2018 20:36)

    Freut euch über die Wärme und den Sonnenschein, wir haben hier 5 Grad minus.

  • #4

    Birgitt und Andreas (Freitag, 23 Februar 2018 07:43)

    Naja - wie schon gesagt: Ein Bisschen neidisch sind wir schon, aber wir Westfalen können ja gönnen :-).

    Spaß beiseite? Sieht doch toll aus! Auf den Bildern macht Ihr zumindest einen sehr entspannten Eindruck und die Temperaturen dürften ebenfalls eher zuträglich sein, als die, die derzeit hier vorherrschen. Die Punkte, die Ihr scheinbar nicht so gut findet, könnte man dadurch mildern, indem Ihr Euch endlich wie richtige Kreuzfahrer oder Ressort-Gäste benehmt. Also morgens (vor dem Frühstück) Handtuch auf die Liege. Ab spätestens 11:00 den leckeren Rum......, Sonnenschutzfaktor 100 - mindestens.

    Das Einzige, was uns etwas Sorgen bereitet, ist die Info, dass kaum Leute über 50 unterwegs sind. Ihr sollten (vor allem nachts) extrem vorsichtig sein. Man weiß ja nie! Wer weiß schon genau, woraus denn wirklich der Rum so.............

    Wünsche Euch den schönsten Urlaub überhaupt und freuen uns auf ein Wiedersehen.
    GLG
    B. u. A.

  • #5

    Elke (Freitag, 23 Februar 2018 09:21)

    Hallo Ihr Lieben,
    ach das sieht ja Super Sahne aus.... ich würde auch gerne mal wieder draussen schwimmen, die einzige Möglichkeit ist die Wasserwelt, und zu Ostern gehts nach FL zur restlichen Familie...Aber da gibts auch Rum!!!!!
    Das Cafe in der Bildergalerie gefällt mir inclusive der Heissgetränke

  • #6

    Ruth (Freitag, 23 Februar 2018 14:31)

    Hallo Elke,
    ich leihe dir gern meine Schnorchelmaske für die Wasserwelt! Ich garantiere dir: nur ein einziges mal benutzt.

Coyaba Beach Resort, Grenada, Mittwoch 21. Februar 2018

 

Zweiter Mietwagen Tag. Diesmal quer durch die Insel durch. Die Straße ist noch kurvenreicher, aber meine Gelassenheit ist gestiegen, wir fahren gemütlich bergauf, bergab. Schöne Ortschaften, dichter Regenwald, beeindruckende Baumfarne, überhaupt: diese Vielfalt an Farnen. Wir machen, zusammen mit Kreuzfahrer Kleinbussen, an einem Kratersee Halt. Naturschutzgebiet, ursprüngliche Landschaft, schön! Weiter zur River Antoine Rum Destillery an die Küste. Ende des 18. Jahrhunderts von den Franzosen aufgebaut, zusammen mit Zuckerrohranbau. So 1845 von den Engländern übernommen, deren riesiges Wasserrad aus London und deren Maschinerie laufen noch heute. Alles sieht baufällig aus, macht aber nichts, am Ende kommt schmackhafter Rum raus. Über 80 % und trotzdem mit tollem Aroma! Die Anlage ist in Privatbesitz, die Führung ist super! Und das Mittagessen dort ebenfalls. Für uns alleine, denn die Kreuzfahrer müssen wieder auf's Schiff, das wir später bei Sonnenuntergang auslaufen sehen. 

 

 

Coyoba Beach Resort, Grenada, Donnerstag 22. Februar 2018

 

Strandtag. Strandspaziergänge, Schwimmen, Abruhen, das volle Programm. Unter Bäumen am Strand, die Sonne wird immer mal von ein paar Wolken gemildert, warm, leichter Wind. Ein Tag zum Wohlfühlen. Der Strand ist auch hier öffentlich. Die Zugänge für die Bevölkerung liegen zwischen den Hotels und sind breit, mit lokalen Restaurants am Strand. So mischen sich am Strand Touristen und Locals und geben ein buntes Bild, vor allem an Wochenenden und ab 17.00 Uhr nach Dienstschluss. Die Sonne geht kurz nach 18.00 Uhr unter. Der Mond erscheint nicht als Sichel, sondern als Schale oder Deckel und geht tief in der Nacht im Meer unter.

 

Die Bevölkerung muss im Durchschnitt unheimlich jung sein. Oder Menschen über 50 raffiniert verstecken. Jedenfalls sind uns in den Tagen hier, weder in der Stadt noch auf dem Lande, kaum mal ältere Menschen begegnet. Wir freuen uns über die Freundlichkeit in den Gesichtern und in den Auskünften, die wir bereitwillig und ausgiebig bekommen. Das Leben läuft insgesamt entspannt, easy.  

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Kommentare: 3
  • #1

    Günther (Freitag, 23 Februar 2018 14:09)

    Danke, danke, danke, B & A! Kaum aufgestanden finden wir so viele hilfreiche Hinweise für das Überleben hier in der Wildnis.Ganz im Vertrauen, ist mir ja schon peinlich, wir haben uns von den vielen jungen Menschen rechtzeitige Warnungen erhofft, wenn sich ein wildes Tier nähern sollte oder auch Hilfe beim Überqueren der Straße. Erst jetzt gehen mir die Augen auf, in was für Gefahren wir uns mit dieser Fehleinschätzung gebracht haben. Da war das gestern ja die richtige Entscheidung, doch lieber am hotelnahen Strand zu bleiben, da laufen genug Erziehungsberechtigte rum, die würden im Notfall doch helfen, oder?

    Aber trotz aller Risiken: eines können die hier besser: Heizen! Na ja, bis wir zurückkommen werden die große Koalition und der Klimawandel schon die ersehnte Wärme in's Land bringen.

  • #2

    Christel (Samstag, 24 Februar 2018 08:05)

    Hallo, Weltreisende,

    toll, dass wir Eure Abenteuer nacherleben durften. Danke, Nun kommt Ihr hier in sibirische Kälte. Das tut mir leid. Mit Gartenarbeit ist erstmal nichts. Ihr werdet auch die gesamte Energie brauchen um gesund zu bleiben. Die Grippewelle rollt.
    Alles Gute für‘s Eingewöhnen.
    Wir freuen uns schon auf die mündlichen Schilderungen. Hoffentlich bleibt alles frisch im Gedächtnis bis zum Mai. :) Aber Ihr seid ja noch jung (und jetzt noch verjüngter).
    Einen lieben Gruß von mir und meinem Lieblingsmann

  • #3

    Rolf (Mittwoch, 14 März 2018 10:47)

    War doch ne schöne Reise.. Die nächste wird noch perfekter. LG aus Bad Nenndorf, lebt euch erst mal wieder gut ein ...daheim.!

Blue Orchids Inn, Barbados, Sonnabend 24. Februar 2018

 

Wir freuen uns auf den Rückflug. Heute Mittag scheint die Sonne, schöne hohe Wellen direkt vor dem Hotel, aber wir sind nicht mehr auf Schwimmen programmiert. Das Hotel hat eine schöne Architektur, der Restaurant Service ist aber von absoluter Ignoranz geprägt. Also genießen wir lieber die Sonne, packen die Koffer und verlassen das Zimmer. 

 

Der Urlaub war schön, hat uns viele neue Eindrücke beschert. Die Begeisterung, die wir uns vorher ausgemalt hatten, hat sich nicht eingestellt. Dazu fehlten die leicht zugänglichen Schnorchelmöglichkeiten. Die "Sehenswürdigkeiten" überzeugen nicht wirklich und sind meist eher lieblos erschlossen. Der Individualtourist muß sich durchfragen, Beschilderung findet so gut wie nicht statt. Und irgendwann hat man die ewige Sucherei satt. In der Nacht einmal quer über die Insel, um ein angesagtes Restaurant aufzusuchen, das macht nicht wirklich Spaß. Regenwald haben wir toll erlebt, einige Hotels, einige Strände waren großartig. Dazu brauchten wir mit einer Ausnahme den Mietwagen. Die Experten der lokalen Reiseagentur "Karibik Reisen" haben sich am Ende als inkompetent erwiesen. Nein, das ist kein Blick zurück im Zorn. Wir hatten hohe Erwartungen, die sich nur zum Teil erfüllt haben. Wahrscheinlich die beste Art, die Karibik zu genießen ist: Segelyacht chartern und selbst von Insel zu Insel segeln.