Toro Lodge, Donnerstag 5. Februar 2015


Wir fahren bei herrlichem Sonnenschein vom Kwando Camp über Kamima Molino an der angolanischen Grenze zur Ngoma Bridge, dem Übergang nach Botswana. Auf der Veranda des Protea Hotels in Katima Molino trinken wir einen Super Cappuccino am Fluss. Pula, die botswanische Währung haben die auf der Bank dort nicht, aber südafrikanische Rand, die nehmen die botswanischen Behörden bei der Einreise auch, nur eben keine namibischen Dollar. So weit mögen sich die beiden Nachbarstaaten dann doch wieder nicht. Ich warte als einziger Weisser unter Schwarzen eine Ewigkeit in der langen Schlange vor dem Bankschalter, dann klappt der Umtausch. 35 Grad, kein Lüftchen, anstrengend, ein interessanter Test, wie weit der Körper aus dem Wohlfühlbereich bereit ist rauszugehen. Ausreise aus Namibia mit vielen Zetteln, aber ohne Kosten. Einreise nach Botswana auch mit vielen Zetteln, aber auch 190 Rand Gebühren. Das Navi hat zwar unser Ziel in Botswana drin, führt uns aber immer wieder zuzr Grenze zurück. Nervig. Wir finden Toro Lodge auch ohne Navi. Liegt direkt am Zambesi, abends sollen gelegentlich Hippos auf das Gelände kommen. Trotz vorheriger Anmeldung und Bezahlung fragt Rezeption wie lange wir bleiben wollen und ob wir gleich bezahlen wollen. Personal schaut aus sicherer Entfernung zu, wie wir das Auto ausladen und das Gepäck über den Rasen tragen. Einfache Hütte, erstmals sogar mit Fernseher, insektenfrei, Angestellter bekommt den Deckenventilator nicht in Gang, dafür die Klimaanlage. Später finden wir den separaten Regler für den sehr hilfreichen Deckenventilator. W-lan vorhanden, aber sehr langsam. Ordentliches Abendessen, aber völlig blödes Personal.

Toro Lodge, Freitag 6. Februar 2015


Toro Lodge liegt bei Kasane, im Ländereck Namibia, Zaire, Botswana, Zimbabwe.


Totale Dämse in der Hütte als wir einschlafen wollten. Klimaanlage erwies sich als zu zugig für die gesamte Nacht. Ruth wurde wieder gestochen, vielleicht gestern noch draußen oder in der Nacht drinnen. Erst jetzt finden wir den separaten Regler für den angeblich defekten Deckenventilator. Blöde Nacht. Uns wird die Frühstückskarte vorgelegt, u.a. mit unbegrenzt Kaffee, baked beans, Pilzen, Butter. Kaffee wird erst zögerlich auf unsere Bestellung hin gekocht, Butter gibt's nicht, dafür Margarine, baked beans gibt's nicht, geschnittene Pilze kommen roh direkt aus der Dose auf den Teller. Wir beschweren uns, bekommen Preisnachlaß, das war unsere letzte Mahlzeit in der Lodge.


Wir fahren in den Chobe Nationalpark. Riverside rute. Überwältigend! Tolle, weite, einsame Landschaft. Sandpisten. Viele Elefanten, Antilopen, Hippos, ein paar Paviane, Geier. Bei den Herden kleine Elefanten, kleine Hippos, wir bleiben stehen, Motor aus, beobachten. Was für ein Erlebnis!


Im Internetcafe versuchen wir nachmittags auf unsere Seite zu kommen. Browser dort veraltet, Kapazität reicht knapp zum Hochladen unserer Seite, kein Slot für unsere SD Karte. Nach 30 Min. und 15 Pula geben wir auf und gehen zum Abendessen ins "old house". Sehr schmackhaft und bemüht um effektive Mückenbekämpfung.  

Chobe Nationalpark, Riverside Route, Elefanten auf dem Weg zum Fluss. Am Ende werden über 100 Elefanten an uns vorbei zum Fluss wandern.
Chobe Nationalpark, Riverside Route, Elefanten auf dem Weg zum Fluss. Am Ende werden über 100 Elefanten an uns vorbei zum Fluss wandern.

Toro Lodge, Sonnabend 7. Februar 2015


Wir fahren 7.00 h noch einmal in den Chobe Nationalpark. Gestern sind uns noch drei andere Fahrzeuge begegnet, heute nur eines. Weniger Tiere als gestern, dafür haben wir mehr Aufmerksamkeit für die Landschaft und den weiten Blick über den Chobe Fluss. Hippos, viele Vögel, große Elefantenherden ganz nah (zu nah für Ruth).


Anschließend sehen wir uns mal eine Hütte in der Chobe Safari Lodge an. 1.170 Pula für zwei plus Frühstück. Da hätten wir uns einbuchen sollen. Wir machen von dort aus 15 bis 18 Uhr eine Bootssafari auf dem Fluß und schauen jetzt vom Fluß aus auf das Ufer, an dem wir heute Morgen unterwegs waren. Elefanten baden im Fluss und kämpfen spielerisch miteinander. Hippos kommen aus dem Wasser und äsen. Krokodile tauchen schnell weg, wenn wir näher kommen oder gleiten vom Land ins Wasser. Um das Gebiet haben Botswana und Namibia Anfang der 90ziger Jahre Krieg geführt, bis der internationale Gerichtshof in Den Haag im Jahr 2000 Botswana das Gebiet zugebilligt hat. Abends nehmen wir das Abendbuffet in der Chobe Safari Lodge, sehr schmackhaft, sehr reichhaltig, aufmerksamer Service. 50 € einschließlich namibisches Windhoek Bier für zwei.

Toro Lodge, Sonntag 8. Februar 2015


Ruth hat Kopfschmerzen, vermutlich zu viel Sonne und der Magen grummelt auch. Wir fahren mit dem Bus nach Zimbabwe zu den Victoriafällen. Schon gewaltig, aber das Erlebnis ist nicht so intensiv wie in Iguazu. Auch hier in Victoria gehen wir zwar durch die Gischt, bleiben aber immer recht weit vom tosenden Wasser weg. Trotzdem ein lohnender Ausflug. Beeindruckend der tropische Regenwald, der sich in der Gischt gebildet hat. Sehr schmackhaftes Mittagessen. Insgesamt bedient sich Zimbabwe schamlos bei den Touristen: pro Person 30 US $ Eintritt, 30 US $ Visagebühren, und für die 60 km Fahrt haben wir auch noch umgerechnet 25 € pro Person bezahlt. Viktoria-Stadt macht einen ordentlichen Eindruck. Wir sehen wieder die großen, aus alten Autoblechen zusammengeschweißten Tierfiguren. Wir überqueren die Bahnlinie Kapstadt - Kairo. Wußte gar nicht, daß es so was gibt. Heute sind es nur 34 Grad, statt 37 Grad gestern. Immer mal Wolken am Himmel, Donner, Wind, aber kein Regen.

Nata Lodge, Montag 9. Februar 2015


Wir erreichen Nata nach 300 km Fahrt, über 3,5 Std., Teerstraße ohne Schlaglöcher (bis auf ein kleines letztes Stück), durch Busch, an ein paar Elefanten vorbei, einige Äcker zwischendurch, Veterinärkontrolle. 34 Grad. Trostloser afrikanischer Ort, Tankstelle, Spar-Markt, Hütten. Und Ruth's Schneiderei. Toiletten verschlossen, Nata hat seit Tagen kein Wasser. Na das kann ja lustig werden, und hier soll eine brauchbare Lodge sein? Raus aus dem Ort, runter von der Straße, Sandpistenzufahrt und siehe da: der Garten Eden. Wald, Büsche, reetgedeckte Gebäude, Safarizelte auf Holzplattformen, Holzbungalows. Das gebuchte romantische Safarizelt ist schön, geräumig, aber sehr warm. Wir zahlen etwas drauf und nehmen einen Holzbungalow. Die Holzplanken sind bündig gearbeitet, da kommt kein Insekt durch, an den Turen sind Insektenschutzgitter, Deckenventilator und Klimaanlage funktionieren. Das Camp bezieht Wasser aus einem eigenen Brunnen und gehört zur gleichen Kette wie die Chobe Safari Lodge. Das spricht für Qualität.


Vor dem Tanken werde ich gebeten, auf die Anzeige der Zapfsäule zu schauen und mich zu überzeugen, dass die Anzeige auf Null steht. Ein Reifen hat mehr Luft verloren (auf den Holperstrecken jenseits des Asphalts) als die anderen. Die fehlende Ventilverschlußkappe bekomme ich gleich zusammen mit einem neuen Ventil verkauft


Bargeldautomaten funktionieren überall gut. Allerdings bei FTN Bank nur bis 2.500 Pula, bei Barkley's bis 4.000 Pula. Die selbst in neuen Reiseführern beschriebenen Probleme erleben wir nicht, ein Zeichen für die schnelle Entwicklung der Länder.



Nata Lodge, Dienstag 10. Februar 2015


In der Nacht haben wir dann doch die Moskitonetze genommen, eine Mücke narrte uns.


Wir sind aus dem hoch malariagefährdeten Gebiet raus. Zum Thema Malaria haben wir viel gelernt. Die Ärzte in Deutschland hielten Prophylaxe für Etosha, Caprivistreifen und Chobe jetzt, in der Regenzeit für unabdingbar. In Windhoek meinte der Apothekter die Prophylaxe sei empfehlenswert, beruhigend und wir kauften noch zu. Die Apothekerin in Swakopmund empfahl hochkonzentriertes Vitamin B, das riechen die Mücken nicht so gern, und Insektenschutzspray. Prophylaxe war ihr zu giftig für den Körper. Lieber Malaria-Test-Set kaufen und wenn körperliches Unwohlsein auftaucht und Test positiv ist, dann erst Malariatabletten nehmen. Die Malariamücken übertragen lokal von infizierten Menschen auf nicht infizierte. In Lodges sind infizierte Menschen eher selten. Afrikanischen Menschenansammlungen begegnen wir allenfalls mal im Supermarkt. Ich setze die Prophylaxe nach drei Tagen ab. Wir reiben und spayen uns ein, tragen abends lange Hose und langes Hemd, benutzen Moskitonetze.


Superführstück im Schatten unter freiem Himmel.


In meinen e-mails taucht mal wieder die Pegida Diskussion auf. Von wegen intellektuelle Auseinandersetzung, nein, holzschnittartige Bilder. Wie leicht sich die Menschen doch verführen lassen, ist ja auch bequem. Jede Religion kann als Waffe gegen Andersgläubige mißbraucht werden, das sitzen wir Christen im Glashaus mit unseren Zwangschristianisierungskampagnen. IS mißbraucht Islam. IS ist nicht Islam. Warum gehen ungebildete, verzweifelte, einer Perspektive beraubte Menschen zum IS? Wie viele bei uns sympathisieren mit israelischer und oder amerikanischer imperialer Politik und wundern sich dann, woher die IS Sympathisanten kommen? Was tuen wir denn für Bildung und ländliche Entwicklung im nahen und mittleren Osten, in Afrika? In Namibia und Botswana fallen mir chinesische Bergbauunternehmen auf und chinesische ländliche Entwicklungsprojekte.  Die Flüchtlinge drängen über das Mittelmeer nach Europa. Warum engagiert sich Europa nicht massiv in ländlicher, afrikanischer Entwicklung, gern auch in Regionen islamischen Glaubensbekenntnisses?  


Nachmittags fahre ich zum Aussichtspunkt in die Pfanne, in das Vogelschutzgebiet. Überall grüne Gräser. Wir fahren auf einer Sand-, Salz-piste, die größeren Unebenheiten voller Wasser, aber mit dem Toyota Geländewagen gut passierbar. 50 Flamingos stehen in einem der Seen, die sich gebildet haben, Pelikane schwimmen darauf herum und tauchen permanent nach Futter. Kein Gebäude soweit das Auge reicht, Wasser bis zum Horizont. Außer von den Tieren kein Laut. Blauer, wolkenloser Himmel, bis ihn die untergehende Sonne rot verfärbt. Davor laufen Flamingos im flachen Wasser, die Schnäbel auf Nahrungssuche im Wasser. Wir sitzen lautlos da und beobachten, was sich am Himmel und im Wasser so tut.


Ein schöner Abschluß der Zeit hier in der Nata Lodge, eine sehr schöne Unterkunft in die wir gern einmal wieder gehen.   

Rakops River Lodge, Mittwoch 11. Februar 2015


300 km Fahrt. Mit Gweta nur ein ernstzunehmender Ort auf dem ganzen Weg. Rechts und links Salzpfannen, mal etwas Busch dabei, meist kahle Weite, jetzt in der Regenzeit mit grünen Gräsern. Kaffeetrinken in der Gweta Lodge. In weißer Hand. Bereitet sich gerade auf die Saison ab Mai vor. Macht einen ganz netten Eindruck. Attraktion: Fahrten in die Salzpfannen. Tiere gibt es da kaum, die fremdartige Landschaft reizt.


Das Navi führt uns eine Abkürzung entlang, aber nach 8 km ist Schluß. Der sonst trockene Boteng führt Wasser, "Road closed". Wir fahren auf die Häuptstrasse zurück. Gerade neu gemacht, sehr gut zu fahren. Die Landschaft wird karger, Wüste kündigt sich an.


Rakops River Lodge liegt wie ausgestorben. Wir sind die einzigen Gäste. Die Hütte ist gemauert, eng, schmales Doppelbett, Klimaanlage ist nicht angeschlossen, Ventilator Fehlanzeige.


Eine Reiseagentur aus Kapstadt ruft mich an. Die Fahrt morgen zur Desert Valley Lodge dauere ca. 9 Stunden. Ich bitte um Überprüfung. Beim Rückruf sind es nur noch 4 Stunden, Einfahrt durch ein bestimmtes Gate in die Central Kalahari Game Reserve. Mein Navi sagt aber: nicht reinfahren, am Zaun entlang fahren, nördlich bleiben. Ruth will angesichts dieser Unsicherheiten nichts riskieren, mich allein verläßt auch der Mut. Wir beschließen, eine unkalkulierbare Wüstenfahrt nicht anzutreten.


Rakops ist ein trostloser Ort, ein negativer Höhepunkt auf unserer Reise. Vor der Bar gegenüber dem bottle shop sitzen 30 junge Leute und haben sich am Mittwoch um 17.00 Uhr schon gut Stimmung angetrunken.


Rakops River Lodge, Donnerstag 12. Februar 2015


6.30 h aufstehen, bloß bald weg hier. Wir haben uns 7.30 h zum Frühstück angesagt. Die Nacht war angenehm kühl, auch der morgen. Wir fahren nach Rakops rein und machen ein paar Fotos vom Ende der Welt. Dan geht es ab nach Maun. Wir sehen auf dem Weg ein Hinweisschild auf die Haina Lodge, 74 km im Busch und schauen mal nach, ob wir die unter den Hotels in der Nähe im Navi finden. Ja, und ganz nebenbei ist da auch die Desert Valley Lodge verzeichnet. Wir fassen allen unseren Mut zusammen, stellen die Zweifel von gestern Abend zurück, drehen um und fahren auf die 110 km lange Sandpiste ins Ungewisse. Ausreichend Wasser und Chips haben wir dabei, d.h. wir können uns eine Panne und auch einen Fehlversuch leisten. Die Piste ist mal fest, mal tiefsandig und mit 20 bis 50 km/h gut zu befahren. Wir begegnen drei anderen Autos in drei Stunden Fahrt und kommen bei 38 Grad an. Hatten wir uns viel unangenehmer, schwieriger im Tiefsand vorgestellt. Wir sind die einzigen Gäste.


Letztes Jahr waren hier der Januar und der Februar total verregnet, der Himmel zwei Monate lang nur bedeckt, die Zufahrtswege kaum passierbar und die Landebahn unter Wasser. Sonst ist die Lodge mit dem Flugzeug von Maun aus für 400 US $ pro Flug erreichbar.


Eine einmalig schöne, gepflegte Lodge, gleich nördlich des Central Kalahari Game Reserve. Das zur Lodge gehörige Gelände ist knapp so groß wie Singapur. Wir fühlen uns sehr wohl. Luxuriös in jeder Form und bis ins Detail. Empfang mit leichtem Lunch, Afternoon Tea um 16.00 h, gleich mit vier Giraffen 150 vor der Veranda am Wasserloch und Familie Warzenschwein mit vier Jungen kommt auch noch dazu.


Der Sohn des aus Südafrika eingewanderten Eigentümers und ein schwarzer Bushmann als Fährtensucher fahren mit uns ins Gelände, auf insgesamt 190 km Sandpisten. Das Wasser kommt von einem 100 m tiefen Brunnen, 18 km von der Lodge entfernt. Die Gegend hier war mal ein Meer. Der Fluß im deception Valley auf dem Lodgegelände ist vor 15.000 Jahren versiegt. Grundwasser gibt es genug, hier wurde es mit der Wünschelrute gefunden. Aber niemand kann im vorherein sagen, ob das Wasser süß oder salzig ist. Und süßes Wasser kann mit der Zeit auch salzig werden. Wir schmecken eine leicht salzige Note im Wasser, aber eher angenehm, bei weitem nicht so penetrant wie in Barcelona.


Ein Teil des Wassers des Okavango, das nordwestlich von hier im Binnendelta versickert, fließt unterirdisch hier durch und weiter nach Südafrika, Kwazulu Natal, in den Orange River.


Wir fahren in einem 29 Jahre alten Toyota Land Cruiser herum, solide Technik die selbst gewartet werden kann, unnötige Ausstattung hat die Zeit hinweggerafft. Wir kommen auch querfeldein super voran. Viele Termitenhügel, 1/3 oberhalb der Erde, 2/3 unterhalb der Erde. Die Termiten sammeln trockenes Holz und Gras, lagern das in ihrem Bau ein, zückten darin einen Pilz von dem sie sich ernähren. Sie räumen im Verlauf der Trockenzeit das ganze Gelände von trockenen Pflanzenresten frei, Die Pilzzucht klappt am besten bei 33 Grad. Die Temperaturregelung erfolgt über den Termitenhügel, der bei Bedarf auch geöffnet wird.


Auf dem Fahrweg Löwenspuren im Sand. Der Färtensucher vorn auf dem Toyota gibt die Richtung vor. Er spricht eine lokale Bushmann Sprache, die nur 800 Worte umfaßt. Meist sind es nur sparsame Gesten. Differentiale werden an den Vorderrädern manuell zugeschaltet. Fahrt querfeldein durch den Busch. Da, wie aus dem nichts, drei Löwinnen mit vier ca. einjährigen Jungen, offensichtlich auf der Vorbereitung zur Jagd. Gehen gemächlich durch den Busch, zwei Meter am Toyota vorbei. Elegant, tolles Fell, sehr aufmerksam. Wir beobachten die Löwinnen, sie schauen uns lange an um dann ihren Weg fortzusetzen. Den Löwen treffen wir auf dem Weg zurück, quer auf dem Fahrweg liegend, 10 m vor uns. Unbeirrt von uns, majestätisch, gähnend, seine Mädels erledigen das mit der Jagd für ihn, er wird dann als erster fressen


Unser Bungalow ist frei von Insekten, zwei Deckenventilatoren sorgen für Luftzirkulation, die Fenster haben Insektenschutznetze, wir schlafen in super Betten unter einem großen Moskitonetz..   

Deception Valley Lodge, Freitag 13. Februar 2015


Wir haben toll geschlafen, alles funktioniert im Bungalow, zum wohlfühlen! Frühstück auf der Veranda, alles Wünschenswerte ist da, freundlicher, aufmerksamer Service. Wir haben auf den Morning Drive um 6.00 h verzichtet. Diese Tage hier ist mal so richtig Genuss angesagt. Und deshalb hängen wir auch gleich noch einen Tag dran. Wann werden wir schon noch einmal eine Super Lodge für max. 10 Gäste ganz allein für uns haben??? Und dann noch in der Regenzeit bei super Sonnenschein , wie sich heute herausstellen wird, 40 Grad am Mittag.


Die Kultur der Buschleute vergeht, die nomadische Lebensweise gibt es nicht mehr. Botswana entdeckte ein Jahr nach der Unabhängigkeit im Jahr 1966 Diamantenvorkommen. Der Staat bohrte mit dem Reichtum dann überall dort, wo Menschen lebten, Brunnen und verschenkte Rinder und Ziegen und Esel. Ab diesem Zeitpunkt brauchten die Buschleute nicht mehr herumzuziehen, lernten feste Häuser zu schätzen und verbesserten ihre wirtschaftliche Situation durch extensive Viehzucht. Mit HIlfe des Menschen verdrängten Haustiere mehr und mehr Wildtiere. Für die nomadische Lebensweise der Buschleute gibt es keine Notwendigkeit mehr, die Busch Leute haben die Errungenschaften der Zivilisation schätzen gelernt. In verschiedenen Entwicklungsprojekten und auch auf der Lodge wird mit den erwachsenen Kindern der letzten echten Busch Leute versucht, die Kultur lebendig zu halten und auch zu dokumentieren. Zwei von ihnen, 27 und 31 Jahre alt, nehmen uns heute zwei Stunden mit auf den Weg durch den Busch und zeigen uns, wie das Leben der Buschleute so lief. Pfeilspitzen aus Giraffenknochen, Schlag und Wurfhammer aus einem besonders harten Holz (die Kalahari besteht aus Sand, die wenigen Steine sind porös und zerbröseln leicht, Eisen ist erst mit dem Veterinärzaun 1956 in die Gegend gekommen. Wasserspeicherung über bis zu 10 Monate in vergrabenen Straußeneiern, Feuermachen, Jagen mit Nervengift-Pfeil und Bogen, Jagen mit Speer. Wasser aus der Riesenknolle eines unscheinbaren Busches, knapp unter der Erdoberfläche. Überhaupt wichtigstes Werkzeug ist der Grabestab, angespitzt, aus besonders festem Holz. Wir lernen essbare Wurzeln kennen, auch diverse essbare Blätter. Ein hautnaher Anschauungsunterricht in Buschmannsprache, vom Gastgeber übersetzt.