Bei der bisherigen Blog-Funktion werden frühere Texte und Bilder abgeschnitten, da wir offensichtlich die maximale Kapazität erreicht haben. Deshalb haben wir eine neue Seite "Namibia, Botswana, Teil zwei" eingerichtet, auf der wir unser Reisetagebuch fortsetzen. Dabei ändert sich die Reihenfolge der Einträge: Der jüngste Eintrag befindet sich immer ganz unten auf der Seite.


Okakuejo, Etosha Park, Freitag 16. Januar 2015


Heute morgen sind wir 9.30 Uhr von Otjiwarongo losgefahren. Otjiwarongo hat wirklich nicht viel geboten. Abends Essengehen war schon ein Problem. Von 3 möglichen Restaurants hatte ausgerechnet das Beste geschlossen.

Krokodilfleisch-Schaschlik auf der Krokodilfarm von Otjiwarongo, lecker!
Krokodilfleisch-Schaschlik auf der Krokodilfarm von Otjiwarongo, lecker!
So sahen die Schaschlik-Spieße vorher aus...
So sahen die Schaschlik-Spieße vorher aus...
Ruth in intensivem Gespräch (?) mit Marktteilnehmern in Otjiwarongo
Ruth in intensivem Gespräch (?) mit Marktteilnehmern in Otjiwarongo
Nach dieser Sichtung konnte ich Ruth nur mit Mühe vom Kauf einer Herero Tracht abhalten!
Nach dieser Sichtung konnte ich Ruth nur mit Mühe vom Kauf einer Herero Tracht abhalten!

Bei der Abfahrt heute Morgen sind es bereits 31 Grad und wir erwarten tagsüber noch höhere Temperaturen. Auf einer guten, gerade neu asphaltierten Straße, leider noch ohne Markierungen, fahren wir in Richtung Okakuejo, unserer ersten Station im Etosha Park. Mittelhohe grüne Bäume säumen den Straßenrand. Günther hat eine ganz neue "Mädchen CD" aufgelegt: "Dreamz X Realities" eingelegt. Im Moment ist der Himmel fast wolkenlos. Hoffentlich hält sich das Wetter, dann können wir am Abend noch die Tiere am Wasserloch sehen. Wir freuen uns schon sehr darauf. Für Menschen und Tiere ist die Trockenheit allerdings nicht so gut.


Von kleinen Anhöhen aus kann man in die unendliche Weite gucken. Faszinierend! Wie immer, weit und breit keine Häuser.

... dafür aber hunderte von Termitenhügeln
... dafür aber hunderte von Termitenhügeln
Thymian-Tee-Pause unter dem "Schatten"-Baum
Thymian-Tee-Pause unter dem "Schatten"-Baum

Pause unter dem Schattenbaum. Um uns herum Termitenhügel, soweit das Auge reicht. Wir haben uns eine große Thermoskanne Thymiantee gemacht. Der stabilisiert den Kreislauf, wirkt Bakterien- und Virenabtötend und hilft gegen so manches anderes und schmeckt auch noch angenehm. Im Moment fahren wir auf 1.300 m Höhe und sind noch 90 km von dem ersten Camp im Etosha Park entfernt, Okakuejo.

Okakuejo, Sonnabend 17. Januar 2015


Heute morgen stehen wir 5.30 Uhr auf um in den Park zu fahren und Tiere zu beobachten. 6.30 Uhr fahren wir los und kommen 11.30 Uhr zurück. Bedeckter Himmel, wir denken an Regen, ab bis 10.00 Uhr hat die Sonne alle Wolken verdunsten lassen. 18 Grad am Morgen, 34 Grad 11.00 Uhr. Wir fahren an die Pfanne (flaches Gebiet ohne Vegetation, wie Meeresboden, Kalk, Salz) und sehen sogar dort einige Oryxe.

Oryx am Rande der Pfanne. Sieht elegant aus mit seinen geraden Hörnern, schmeckt auch sehr gut.
Oryx am Rande der Pfanne. Sieht elegant aus mit seinen geraden Hörnern, schmeckt auch sehr gut.

Karge, eintönige Landschaft. Dann wieder niedrige Bäume. Ein Löwe verspeist genüsslich eine vor kurzem gerissene Antilope. Später finden wir ihn mit zwei Löwinnen unter einem Baum wieder, dösig, satt. An einem künstlichen Wasserloch treffen wir Strauße, Zebras, Gnus und Antilopen, alle mit Jungen.

Am Wasserloch von Okakuejo, 10 m vor unserer Hütte in der ersten Reihe, ist immer viel los
Am Wasserloch von Okakuejo, 10 m vor unserer Hütte in der ersten Reihe, ist immer viel los

Unser Waterhole Chalet hat Klimaanlage, großes Moskitonetz, Kühlschrank, Eisfach und Wasserkocher. Jeweils zwei Apartments in einem Rundbau, reedgedeckt, 10 m vom Wasserloch entfernt, die Laute der Tiere schallen zu uns herüber, tags und nachts, wenn der Stärkere den Schwächeren warnt.

Da war doch was?! Jetzt aber schnell von unserer Hütte zum Wasserloch!
Da war doch was?! Jetzt aber schnell von unserer Hütte zum Wasserloch!

Zum Essen haben wir ganz gegensätzliche Kommentare gehört, da waren wir gespannt, wie wir die Situation vorfinden würden. Mittags gibt es drei frische Salate zur Auswahl, abends Lamm, Fisch oder Wild. Schmackhaft. Wir vermissen nichts. Frühstück mit Müsli, Eiern, Omelette, Tomaten, Speck und Boerwurst.


Gestern Abend, am Ankunftstag, waren wir ab 20.00 Uhr 2 Stunden am Wasserloch vor unserer Tür. 6 Nashörner, eines endlos im Wasser, da halten die anderen Tiere Abstand. Nur ein junger Elefant nicht. Will auch baden. Geht rein, wirft Kopf und Rüssel ärgerlich hin und her, trompetet, Nashorn geht genervt raus, wartet und geht nach dem Elefanten wieder ins Wasser rein.


19.30 Uhr kohlrabenschwarze Nacht. Das Wasserloch ist beleuchtet. Sonnenuntergang und auch Sonnenaufgang sind beeindruckend, die Sonne färbt nicht nur einen Punkt rot, sondern den Horizont in seiner ganzen Breite, und davor heben sich Bäume und Büsche scherenschnittartig ab. Wir sprühen, reiben uns gegen die Mücken ein und ziehen lange Sachen an. Bloß Mücken tauchen nicht auf, zu trocken der Januar dieses Jahr.

...in jedem Urlaub wieder neu Grund zu großer Begeisterung...
...in jedem Urlaub wieder neu Grund zu großer Begeisterung...
Unser Besucher am Wasserloch kühlt sein Blut, indem er mit den Ohren wie mit einem Fächer hin- und herwedelt. Wenn er ärgerlich wird, dann legt er die Ohren an und zieht den Rüssel zwischen die Stoßzähne zurück.
Unser Besucher am Wasserloch kühlt sein Blut, indem er mit den Ohren wie mit einem Fächer hin- und herwedelt. Wenn er ärgerlich wird, dann legt er die Ohren an und zieht den Rüssel zwischen die Stoßzähne zurück.

Okakuejo, Sonntag 18. Januar 2015


Wir konnten das Geheimnis über das angeblich vorhandene Internetcafe lüften: ja, wurde mal privat betrieben, aber inzwischen eingestellt.


8.30 Uhr Frühstück. In der Nacht fernes Gewitter über der Etosha Pfanne, wohl auch ergiebiger Regen. Gespräch am Nachbartisch: Tochter mit ca. 70jährigen Eltern. In Botswana gibt es richtige Hotels, Bedienung auf Schuhen mit Absatz und mit Bluse. Da hat sie auch Schuhe mit Absatz, Bluse und Blazer rausgekramt. Hier gibt es nicht einmal Apfel und Banane zum Frühstück. (Dafür frischen Fruchtcocktail, Ananas, Melone, etc.). Und dann noch dieses popelige Wasserloch, da zieht Mutter die Fernsehfilme über Afrika vor. Unsere gestrige Nachtsafari war teuer und unspektakulär. Wir trösten uns mit einer Flasche südafrikanischen Merlot auf der Terrasse unserer Hütte.


Auf dem Weg durch's Camp putzt sich ein Erdhörnchen im Sand: der buschige Schwanz wird ausgeklopft, Gesicht und Schnäuzchen immer wieder abgerieben, die Hinterläufe kratzen den Körper, ein Schauspiel für die Götter. Das Camp wirkt mittags wie ausgestorben, die wenigen Gäste scheinen Tagesbesucher zu sein. In der Hitze bewegen sich alle Lebewesen gemächlich. Die Regenzeit hat nun doch begonnen. Woran wir das merken? Das Wasserloch ist tierleer. Das ändert sich erst spät in der Nacht, wenn sich Elefanten, trompetend, mit Nashörnern zicken und danach dann doch gemeinsam saufen.


Vorher fahren wir 16.00 Uhr nach Osten aus dem Camp und sind zunächst enttäuscht, weil wir auch dort nur wenige Tiere sehen. Auf der Rückfahrt erkennen wir in der Ferne irgendwas im Gänsemarsch. Bei genauerem Hinsehen kommen uns 11 Löwinnen entgegen. Immer näher. Werden sie sich von uns stören lassen? Motor aus, Scheiben runter, gebannte Stille. Der Löwinnentroß setzt seinen Weg schnurstracks fort, ignoriert uns. Am Wasserloch, aufgereiht wie an einer Perlenschnur, wird gesoffen, in trauter Eintracht. Irgendein Kopf kommt immer mal hoch. Zur Kontrolle. Hinter uns kommt jetzt ein sehr großer, alter Elefant dazu. Läuft vor uns zum Wasserloch und zu unserer Überraschung weichen die Löwinnen zurück, um sich nach kurzer Bedenkzeit wieder an's Wasser zu begeben. Ein einzelner Löwe kommt dazu, treibt die Weibchen scheinbar zur Jagd auseinander, aber es bleibt bei der (ratlosen) Aufstellung. Löwe zickt sich mit einer Löwin. Von der anderen Seite kommt ein weiterer Löwe mit zwei Löwinnen. Die übrigen Tiere haben die Gegend um das Wasserloch längst verlassen. Wir müssen zurück, 19.40 Uhr, bei Sonnenuntergang, wird das Tor des Camps geschlossen. Uns kommt ein weiterer Löwe mit Löwinnen entgegen. Ein überwältigendes, spannendes Erlebenis.

durstig, immer auf der Hut, wollen die was von uns?
durstig, immer auf der Hut, wollen die was von uns?
Löwin bleibt dem Löwen die Antwort nicht schuldig und zickt zurück
Löwin bleibt dem Löwen die Antwort nicht schuldig und zickt zurück
Nach diesem ereignisreichen Tag tut ein frisch gezapftes namibisches Bier gut.
Nach diesem ereignisreichen Tag tut ein frisch gezapftes namibisches Bier gut.

Okakuejo, Montag 19. Januar 2015


Neben uns ist ein niederländisches Paar eingezogen. Sieben Wochen auf der Reise durch Afrika. Sie improvisieren von Station zu Station, haben Zeit, sind auch schon im Ruhestand. Wollen weiter nach Zimbabwe, Malawi (ist aber wahrscheinlich gerade zu naß) und nach Sansibar. Eine nette Begegnung mit neuen Anregungen.


Nach erneutem Regen in der Nacht haben sich die Temperaturen von 38 auf 33 Grad abgekühlt. Am frühen Nachmittag steht eine Herde von ca. 20 Elefanten mit vielen Jungen am Wasserloch, säuft, badet, bewirft sich mit Staub.  

noch etwas unsicher auf den Beinen
noch etwas unsicher auf den Beinen
Elefanten Großfamilie
Elefanten Großfamilie

Halali, Dienstag 20. Januar 2015


Wir sind 70 km weiter in das zweite Camp im Etosha Park gefahren. Totale Stille, großes Chalet. Klimaanlage, Kühlschrank, Grillplatz, alles vorhanden, wie auch wieder das große Moskitonetz. Sprung bei 32 Grad in den Pool. Der Himmel bewölkt sich, 18.00 Uhr Wolkenbruch mitten beim Tanken. Abkühlung auf 21 Grad, erste Mücken tauchen auf. Zeit uns einzusprühen.


Halali, Mittwoch 21. Januar 2015


Die Vögel veranstalten ein lautes Morgenkonzert: singen, zwitschern, schreien, viele Laute, die wir nicht zuordnen können. Wir sind die einzigen Frühstücksgäste. In der Ferne faltet eine Vorarbeiterin die Reinigungskräfte zusammen - nur um danach wieder herzlich mit ihnen zu lachen. Kaum Tiere am Wasserloch. Mit dem Wasser erblühen die Bäume und unzählige Schmetterlinge laben sich an den Blüten.

Auf einem Hügel am Camp hatte die deutsche Schutztruppe von Deutsch Südwest Afrika (1884 - 1915) eine Heliographie Station eingerichtet, deshalb heißen die Hügel auch noch Helios Hills. Am Goas Wasserloch können wir unzählige Giraffen, Elefanten, alle auch mit Jungtieren beobachten. Auf der Rückfahrt winken uns Passagiere eines Isuzu Busses ran. Anlasser defekt, ob wir nicht anschleppen könnten. Na, dann haben wir ja unser Abschleppseil ja nicht umsonst gekauft. Anschleppen klappt, Seil bleibt heil, alle sind zufrieden.


Unser Lebensrythmus hat sich geändert. Als wir im Camp ankamen, überraschte uns zunächst die Leere. Was machen wir hier bloß? Statt vorher vereinbarter Termine warten wir hier eher auf das, was passiert. Wenn wir Lust zum Lesen haben, kommt uns keine Haustürklingel, kein Telefon dazwischen. Wir haben Zeit füreinander und im Hinterkopf läuft kein Film ab, was alles sonst noch erledigt werden müßte. Wir schlafen nach Gefühl und nicht nach dem Regime des Weckers.


Am Nachmittag ziehen wieder Wolken auf, aber diesmal regnet es nicht. Auch die gestrige Mückeninvasion wiederholt sich nicht.


Halali, Donnerstag 22. Januar 2015


Aufwachen mit Sonnenschein und leichtem Wind bei 21 Grad. Tolle Morgenstimmung. Urlaub von der Welt: kein Radio, kein Fernsehen, kein Internet, keine Zeitung. Nicht die Frage "wie viel brauche ich zum Glücklichsein", sondern "wie wenig brauche ich" bewegt uns. Wir schweben in der Zeit und staunen immer wieder von Neuem. Heute fahren wir zum Etosha Outlook, eine Piste drei Kilometer auf die Pfanne (110 km lang, 60 km breit) raus. Die Grenze der ausgetrockneten Pfanne hat was von Nordseeküste, der Boden ist weich, aber an der Oberfläche sehr trocken und in kleine Stücke geborsten. Mondlandschaft. Und trotzdem Spuren von Tieren im Boden. 

an der Oberlfäche ausgetrockneter Boden der Pfanne (mit Fuß für Frau Scheller)
an der Oberlfäche ausgetrockneter Boden der Pfanne (mit Fuß für Frau Scheller)
Ruth, allein in der Pfanne (rechts die Begrenzung des Fahrweges)
Ruth, allein in der Pfanne (rechts die Begrenzung des Fahrweges)

Nachmittags liegt das Camp bei 34 Grad wie ausgestorben. Gelegenheit, erstmals Manfred's TRX Band auszuprobieren. Geht gut, ist schweißtreibend und reicht nach 30 Minuten. Der Himmel ist bewölkt, die Sonne kommt trotzdem durch und der Wind vertreibt schließlich alle Regenwolken.



großzügiger Mückenschutz über unserem Bett in Halali
großzügiger Mückenschutz über unserem Bett in Halali
Abreise von Halali nach Namutoni, dem dritten Camp im Etosha Park
Abreise von Halali nach Namutoni, dem dritten Camp im Etosha Park

Namutoni, Freitag 23. Januar 2015


Die 90 km von Halali nach Namutoni gehen auf Wegen mit Wasserpfützen, Wasserpfützen auch in der Landschaft. Große Gnu- und Zebraherden mit vielen Jungen. Ungewohnter Blick über die Pfanne und über die weite, flache Graslandschaft. Das Camp sieht auf den erstem Blick gut aus, die großen Family Rooms gefallen uns und sind wie in den bisherigen Camps ausgestattet. Die Außendusche besteht aus sorgsam zu einem Viereck zusammengefügten Kupfer-Heizungsrohren, unten vielfach angebohrt, hocheffektiv, wie Ruth beim Probeduschen feststellt.

durch den Regen ist das Gras ergrünt und gewachsen, sehr zur Freude dieses Gnu-Bocks
durch den Regen ist das Gras ergrünt und gewachsen, sehr zur Freude dieses Gnu-Bocks
es lohnt sich, den Blick auch immer mal nach oben schweifen zu lassen
es lohnt sich, den Blick auch immer mal nach oben schweifen zu lassen

Namutoni leidet unter Zerfallserscheinungen. Das von der deutschen Schutztruppe errichtete Fort wurde mehrfach renoviert, jetzt ist die Aussichtsterrasse schon wieder wegen Baufälligkeit gesperrt, im Buchladen, dem African Fusion Restaurant, der Lunge Bar steht nur noch Gerümpel, die noch offenen Läden sind unattraktiv. Die Gästeräume sollen im April 2014 renoviert und mit neuen Mobilar ausgestattet werden. Niemand weiß, ob auch das Fort renoviert wird. Am 10. Januar kam eine Löwin durch ein Loch im Zaun ins Camp und wurde nach 45 Minuten Jagd wieder rausgetrieben. Na ja, war ja vor uns.


In der Fisher Pan steht inzwischen nach dem Regen etwas flaches Wasser in dem wir eine große Kolonie Flamingos entdecken. Nebenan auf dem Dick Dick Drive finden wir die scheuen Dick Dicks und Giraffen mit Jungen. Dazu 18.00 Uhr dann mal wieder die obligatorischen Regenschauer. Zum Abendbrot Kudusteak, Pasta, namibisches Bier, südafrikanischen Merlot. Die Auswahl ist begrenzt aber schmackhaft.









Festessen
Festessen
Hurra, es regnet gerade mal nicht!
Hurra, es regnet gerade mal nicht!
Dick Dicks können ganz schön große Augen haben
Dick Dicks können ganz schön große Augen haben
Spannung: und was passiert als Nächstes?
Spannung: und was passiert als Nächstes?

Namutoni, Sonnabend 24. Januar 2015


Bedeckter Himmel, 22 Grad. Frühstück mit Papaya, Melone, Crunchy Müsli, Tomaten. Gebratene Eier, Omelette kann ich seit zwei Tagen nicht mehr sehen, knapp drei Wochen dieser Frühstücksdiät reichen zunächst mal.


Überall gehen Blüten auf, in wunderschönen Farben. Die Luft ist drückend, im Hintergrund hören wir Donner. Wir wollen morgen zu Sonnenaufgang rausfahren und gehen deshalb früh zu Bett.


Namutoni, Sonntag 25. Januar 2015


6.30 Uhr, die Sonne geht glutrot auf. Totaler Stimmungswechsel nach zwei Tagen bedeckten Himmels und viel Regen. Die Luft riecht frisch. Von Mücken (noch) keine Spur. Wir werden für unser frühes Aufstehen belohnt: am Wasserloch Klein Namutoni entdecken wir 13 Löwinnen und im HIntergrund am Rande der Vegetation 10 Giraffen, die das Ganze vorsichtig beobachten.

Sonnenaufgang bei Namutoni
Sonnenaufgang bei Namutoni
Wegbegleiter am frühen Morgen
Wegbegleiter am frühen Morgen

Die Etosha Pfanne liegt auf 1.100 m Höhe. Auf einer riesigen Hochebene ohne sichtbare Begrenzung durch Berge. Am Nachmittag steigen die Temperaturen auf 34 Grad, was unseren Kreislauf mehr belastet als die gleiche Temperatur vor den Regentagen, also bei geringerer Luftfeuchtigkeit. Auch 18.00 Uhr ist es noch heiß und drückend, die Wolken verdichten sich, aber nur wenige Tropfen kommen herunter. Zunächst. Kaum sind wir aus dem Camp hinausgefahren, ergießt sich ein Wolkenbruch über die Landschaft. Sofort bilden sich Pfützen auf den unbefestigten Straßen und in der Pfanne. Nach 10 Minuten ist alles vorbei. Dachten wir. Aber im Camp wirkt der Wolkenbruch nach: Heute gibt es Candlelight Dinner, denn die Stromversorgung ist unterbrochen. Gut, dass mit Gas gekocht wird.

Blöd aussehend, aber bestens gelaunt! (kurz vor dem Wolkenbruch)
Blöd aussehend, aber bestens gelaunt! (kurz vor dem Wolkenbruch)
Gnus im Wolkenbruck, ein erbarmungswürdiger Anblick. Gut, daß wir aus dem Auto heraus fotografieren konnten.
Gnus im Wolkenbruck, ein erbarmungswürdiger Anblick. Gut, daß wir aus dem Auto heraus fotografieren konnten.

Grootfontein, Montag 26. Januar 2015


1,5 Stunden Fahrt von Namutoni nach Grootfontein, alles asphaltiert. Die Stadt war ganz nett im Reiseführer beschrieben worden, entpuppt sich aber als wild gewachsener Ort rund um Fort und Bahnhof aus der Zeit um 1900. Heute beherbergt das Fort ein Museum, das sehr gut gemacht ist, die Zeit um 1900 gut beschreibt einschließlich der völkerkundlichen Aspekte. Ganz exponiert auch eine riesige Reichsflagge von einem Kriegsschiff aus dieser Zeit. Vom Turm kann ich in die Ferne blicken und mir vorstellen, wie hier das Leben vor 115 Jahren war. Der Bahnhof war die Endstation einer 55 km langen Schmalspurbahn, mit der hauptsächlich Kupfererze in die Hafenstadt Swakopmund gebracht wurden. Die Bahnstrecke ist nach wie vor in Betrieb. 


Bei der Fahrt haben wir viel "Wildwechsel", dem wir ausweichen: 20 cm lange, dicke Tausendfüßler und auch Schildkröten überqueren den Asphalt. Wir machen zwei Tage Station auf der Seidarap Guestfarm. fest in deutsch/namibischer Hand. Wir schlafen und essen sehr gut und fühlen uns wohl. Wir sind, zusammen mit einem Schweizer Paar und deren zwei Kindern die einzigen Gäste. Die Schweizer betreiben 2 - 3 Jahre lang dörfliche Entwicklungshilfe für eine gemeinnützige Schweizer Organisation und einen namibischen Entwicklungsfond. Offenbar mit großen konzeptionellen Anlaufschwierigkeiten, aber mit hoher Motivation. Das Leben "im Busch" mit zwei kleinen Kindern ist sicherlich eine besondere Herausforderung für alle.


In Grootfontein entsteht gerade eine Einkaufsmall. Insgesamt erleben wir die Stadt aber als arm und unattraktiv. Da ist das gute, leichte Mittagessen im "Purple Fig" nur ein kleiner Trost.

   

Eingangshalle der Seidarap Guestfarm, in den 50ziger Jahren für eine Familie auf 45.000 m2 Grund gebaut. Aufnahme von der Empore, von der heute 6 Gästezimmer abgehen.
Eingangshalle der Seidarap Guestfarm, in den 50ziger Jahren für eine Familie auf 45.000 m2 Grund gebaut. Aufnahme von der Empore, von der heute 6 Gästezimmer abgehen.

Wir sind uns unsicher, ob die maximale Kapazität dieser Seite erreicht ist, oder ob wir eine schlechte Verbindung haben. Wir gehen zur Sicherheit auf "Namibia, Botswana, Teil drei".