Upington, Freitag 20. Januar 2017

 (Einige Texte und Bilder wurden in Teil 1 noch ergänzt!)

 

Die Verwalterin erlebt uns gut ausgeschlafen, ganz im Gegensatz zur Ankunft. Heute Morgen ist die Welt für uns in Ordnung. Wir gehen in den tropischen Garten, der bis an den Orange River heranreicht. Toll! In der Touristeninformation in der Stadt bekommen wir freundlichen Rat. Wir spazieren weiter zur vielgelobten 1 Kilometer langen Palmenallee. In gleißender Sonne bei 34 Grad. Dort wollen wir Pause machen, was trinken. Aber die Palmenallee ist in the middle of nowhere. Keine Lodge, kein Restaurant, kein Cafe in Sichtweite und die Straßenbauarbeiter machen uns auch keine Hoffnung. Also gehen wir zurück und setzen uns ans andere Ufer in eine Lodge. Nächsten Monat wir es sehr heiß, dann kommen die Testfahrer von Mercedes, Ford, VW usw. und testen Fahrzeuge unter extremen Bedingungen. Ein paar mit Folie zugeklebte Fahrzeuge haben wir schon in der Stadt gesehen. Für das Gastgewerbe heißt das dann drei Monate gute Auslastung. Abends essen wir im Zest Springbock Carpaccio und Kalahari-Lamm Koteletts. An den Nebentischen mal eine Truppe von deutschen, später dann von spanischen Technikern.

Upington , Sonnabend 21. Januar 2017

 

Super geschlafen, bei Sonne aufgewacht. Beim Frühstück kommunizieren österreichische Gäste im reifen Alter in gestelzten Formeln miteinander, dabei sind New York Erfahrungen das Thema. In Amerika war alles toll, in Afrika war gestern ein Käfer im Zimmer: "I was not amused at all". Mit empörter Mine, ob die Gäste zum Gruseln nach Afrika gereist sind? Vielleicht wäre eine Reise zu dem Clown nach Amerika erfüllender gewesen.

 

Endlich haben wir auch wieder Zugang zu euren Kommentaren. Von Tina lese ich, daß Löwen bei guter Pflege auch nach 30 Jahren noch in guter Kondition sind. Freut mich sehr, was war ich stolz, als ich den Löwen, so groß wie Tina, 1989 in Barcelona gefunden hatte! Und jetzt wird er noch im Alter geliebt und bekommt sein Gnadenbrot.

 

Nachmittags sitzen wir im Garten unter hohen, schattenspendenden Palmen, 7 Meter über dem Wasser. Etwas Wind kommt auf, viele Vögel fliegen umher, lassen sich nieder, finden auf Gräsern, Büschen, Bäumen Nahrung. Außer dem Vogelzwitschern und dem Rauschen in den Bäumen keine weiteren Umweltgeräusche. Das Wasser fließt sehr langsam. Beobachten, leben in diesem Augenblick. Ohne Ablenkung, ohne ausschweifende Gedanken.

Günther versorgt sich auf der Fahrt nach Upington noch mit landesüblicher Verpflegung: in diesem Fall getrocknetes Kudu Fleisch.

@Eddy, den cheese cake Liebhaber: frozen peanut butter cheese cake, ein Genuß! Ersetzt glatt ein ganzes Mittagessen. Wollten wir einpacken lassen, aber frozen bei 34 Grad über fünf Wochen, da haben wir dann doch nicht die richtige Technik dabei. Sorry! 

Die Bilder lassen sich per Klick vergrößern. Sie zeigen unser B & B "Le Must". In dieser Oase fühlen wir uns wohl. Von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr machen wir eine Schiffsfahrt auf dem Orange River. Sonnenuntergang auf dem Fluss, Rückkehr als es fast dunkel ist. Einige fahren noch weiter zum Catfish Angeln. 30 Jahr alte Musik, geschicktes Manövrieren zwischen den Felsen im Wasser, am Ufer und auch im Fluss üppiges Schilf.  Zum Abendessen gehen wir wieder ins ZEST und genießen wieder Kalahari Lamm.  

Wir, kurz nach dem Aufstehen:Englisches Frühstück und südafrikanisches Abendessen. Günther liebt Eier und Speck am Morgen. Ich mag das überhaupt nicht. Begnüge mich also mit Joghurt und Tomaten und Toast! Aber  wie ihr seht bin ich trotzdem guter Dinge und freue mich auf einen schönen sonnigen Tag! (Und wahrscheinlich so mancher Überraschung!)

Impressionen von der Schiffsfahrt und beim Frühstück

Kommentare: 3
  • #3

    Ruth (Freitag, 03 Februar 2017 21:06)

    Test

  • #2

    Christiane (Dienstag, 24 Januar 2017 22:54)

    Nachsatz: Apartheid lässt mich sehr bitter aufstoßen. .....und in meinem Kopf sehe ich Bilder von Stephen Biko und höre das Anti-Apartheids-Lied von Peter Gabriel. Traurige Bilder kommen hoch.....RIP Steve Biko.

  • #1

    Christiane (Dienstag, 24 Januar 2017 17:15)

    Wow, was für schöne Fotos. Dieses prächtige satte Grün der Pflanzen und der wundervolle Sonnenuntergang mit orange-roter Dämmerung. Toll! Das erinnert mich an einen Vers von J.v.Eichendorff........"Natur ist das große Bilderbuch, das der liebe Gott uns draußen aufgeschlagen hat". Ihr macht mir Fernweh� ,aber egal,ich darf ja auf eurer Seite schmökern �Liebe Grüße.

Upington, Sonntag 22. Januar 2017

 

Heftiger Wind, Rauschen der Bäume, Sonne, 26 Grad, so beginnt der Tag. Wir sprechen mit der Verwalterin über einfache und komplizierte Gäste. Immer wieder spannend. Insgesamt ist sie gern im Gastgewerbe. Wir fahren zum Reiterdenkmal an der Polizeistation. Reiter auf Dromedar. Wurde 1988 noch vom Apartheitsregime "zu Ehren der südafrikanischen Polizei errichtet, die Sicherheit und Ordnung aufrecht erhält". Interessant, dass das Denkmal auch nach der Abrechnung mit der Apartheit immer noch steht. In der Ferne sehen wir auf dem Parkplatz des Kalahari Center viele Autos. Shopping Mall mit Spar, Clicks, Woolworth, Stearns und vielen weiteren bekannten Marken. Alles vollklimatisiert. Schwarze und vorwiegend weiße Familien. Ein Schwarzer führt in einem Geschäft eine lautstarke Diskussion mit der Verkäuferin, er will sein Handy umtauschen. Das ist aber vom Umtausch ausgeschlossen. Drei Sicherheitsleute sind schnell da, lassen ihn weiter reden, drängen ihn aber aus dem Geschäft, alles ohne Eskalation. Kaum sitzen wir beim Mittagessen geht ätzender Feueralarm los. Die mächtigen Ventilatoren zur Rauchentlüftung springen an. Die Menschen gehen gelangweilt nach draußen. Ratlose Blicke. Da nichts passiert und die Sicherheitsleute auch nichts zur Aufklärung beitragen, gehen wir alle wieder rein. Jeder macht das weiter, was er vor dem Alarm getan hat. Niemand regt sich auf, es gibt wichtigere Themen als den Fehlalarm. Der Himmel ist jetzt bedeckt, fernes Donnern aber kein Regen.      

Upington, Montag 23. Januar 2017

 

Die ganze Nacht über ergiebiger Regen, ein Gewitter direkt über uns, und damit angenehme Abkühlung als wir aufstehen. Gut für die 270 Kilometer Reise in die Kalahari Wüste. Schnurgerade Straße, Testwagen dürfen Hochgeschwindigkeitstests vornehmen. Uns kommt eine Kolonne von Mercedes Testwagen entgegen. Roter Sand, karg aber saftig grün bewachsen, viele Kalahari Schafe, endlose Weite. Die Landschaft versetzt uns in eine erwartungsvolle, positive Stimmung. Viel penible Administration in Twee Rivieren, unserem ersten Camp in der Kalahari. Der Transfrontier Kalahari Naturpark umfasst südafrikanisches und auch botswana Staatsgebiet, dementsprechend der Papierkram. Ja, Twee Rivieren hat w-lan, wird aber erst am 1. Februar aktiviert. Also leben wir jetzt erst einmal einige Tage lang ohne Zugang zum Internet und auch ohne Mobilfunk. Das lenkt die Aufmerksamkeit auf die Schönheit der Natur. Unser Chalet ist mit allem, was wir brauchen, ausgestattet, wir freuen uns.

 

 

Auf der Fahrt von Upington nach Twee Rivieren.

Twee Rivieren, Dienstag 24. Januar 2017

 

Wir stehen 4.45 Uhr auf und fahren 6.00 Uhr auf eine 3,5 Std. Rundstrecke. Unbefestigt, in ordentlichem Zustand, max. 50 km/h, mit zugeschaltetem 4-Rad-Antrieb. Springbock, Gemsbock, Adler, Vogel Strauß, Sekretär, wir fahren mit 30 km/h und halten oft an einfach um den Tieren zuzuschauen. An einer Wasserbohrstelle wurde um die Jahrhundertwende 1900 ein einfaches Haus für den Wächter gebaut, der dort angesiedelt wurde. Um die Wasserversorgung für die (britischen) Truppen sicherzustellen, die einmal von Südafrika aus Richtung Deutsch-Südwest-Afrika (Namibia) ziehen sollten. Das Haus wurde mit Originaleinrichtung und Nebengebäuderesten erhalten und ist heute ein Museum. Sehr anschaulich. Am Wegesrand rote, gelbe, blaue, violette Blüten. Unter einem Baum an einem Wasserloch sechs Löwinnen mit prallem, vollgefressenen Bauch und ein Junges. Räkeln sich, fühlen sich sichtlich wohl. Nach der Rückkehr ziehen wir uns bei 37 Grad erst einmal ins Haus zurück. In der "Daily Sun" gibt Pastor Daniel Mogotlane von der "Hope of Glory Ministries International" Kirche praktischen Rat. Ein Ratsuchender ist verbittert und wütend. Pastor Mogotlane rät: (1) seinen Geist für Gott öffnen, (2) regelmäßig in die Kirche gehen, (3) viel beten und sich mit parktizierenden Christen anfreunden. Ein paar Seiten dann das Kontrastprogramm der Herbalists/Naturheiler, jetzt aber als kommerzielle Anzeigen, nicht mehr als redaktioneller Beitrag: Sie loben aus, wie sie finanzielle Probleme beheben, wie sie die Liebe eines begehrten Partners wecken, wie sie den Penis verlängern helfen, wie sie bei der Arbeitssuche helfen. Und mittendrin dann noch ein redaktioneller Hinweis: bei Betrugsverdacht, bitte den Manager der Zeitung anrufen.   

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  • #1

    Christiane (Mittwoch, 01 Februar 2017 23:16)

    Hallo, ich habe mit Freude eure nächsten Zeilen gelesen. Wunderschöne Tierfotos habt ihr eingestellt. Es ist doch unglaublich, dass es Heer- und Herrschaften gibt, die sich so einen hübschen Kopf,von welchem Bock auch immer, sich als Jagd- Trophäe in irgendeine verstaubte Vorhalle an die Wand hängen. Dafür habe ich null Verständnis. Ich habe sie als Trophäen im Oelber Schloss gesehen beim Weihnachtsmarkt- Event. In diesem Saal war eine Cafeteria eingerichtet......der Appetit auf Kaffee und Kuchen ist mir dort abhanden gekommen.
    Nichtsdestotrotz haltet uns bitte weiter auf dem laufenden, ganz liebe Grüße an Euch.

Nossob, Mittwoch 25. Januar 2017

 

Gestern Abend haben wir mit dem Nachbarn gesprochen. Er ist wegen der wissenschaftlichen Laufbahn mit 18 von Kenia nach Südafrika, Stellenbosch, gekommen und inzwischen im Ruhestand. Er fühlt sich als Afrikaner, liebt das Land und ist gleichzeitig traurig über die Entwicklung. So viel Korruption, kaum Verringerung der Vermögensverteilung nach Ende der Apartheit. Wir sind uns einig, dies sind Spätfolgen von Jahrhunderten kolonialen Einflusses. Wahrscheinlich hätten die Afrikaner kein Demokratieverständnis wie wir es haben entwickelt, aber die Führer der Stammesgemeinschaften waren durchaus sozial verpflichtet. Die San, die Buschleute, gelten als Nachfahren der ersten Menschen und haben ihr Nomadenleben bis ca. 1870 recht ungestört gelebt. Heute gibt es diese Kultur nur noch in der Erinnerung.  

 

Wir stehen in Twee Rivieren wieder 4.45 Uhr auf. 5.00 Uhr erscheint das erste Licht am Horizont. 5.30 Uhr machen wir uns auf den Weg auf das 120 Kilometer entfernte Nossob Camp. Wir beobachten heranwachsende Löwen und später junge Löwen, die sich balgen. Irgendwo in der Nähe brüllt ein Löwe, zeigt sich aber nicht. Die Landschaft wird karger, die Piste sandiger. Wir fahren im trockenen Flußbett des Nossob, der 1963 das letzte Mal Wasser führte. Viele Gemsböcke, Springböcke, Kudus. Die Gemsböcke sehen einfach toll aus.

 

Nach vielen Pausen kommen wir mittags bei 34 Grad im Nossob Camp an. Wieder ein gut ausgestattetes Chalet, statt Airconditioning hier jetzt Ventilator. Kommt uns entgegen, denn auch im Auto fahren wir mit natürlicher Ventilation und ohne Airconditioning. So kommen wir besser mit dem Klima zurecht und verringern die Gefahr, uns zu erkälten. Kein Restaurant, kleiner Laden mit tiefgefrorenem Fleisch, gut zum Grillen. Ansonsten sind wir vorbereitet und haben Vorräte mitgebracht. Baked beans, Tütensuppen, Tomaten, Wiener, Kaffee, Tee, Milch.

 

22.00 Uhr ist Schicht, Strom wird abgestellt, Kühlschrank und Eisfach laufen weiter gasbetrieben.    

Nossob, Donnerstag 26. Januar 2017

 

Wir stehen 5.00 Uhr auf, da wird auch der Strom wieder angestellt. Wir erkunden fünf Stunden lang den Bereich nördlich von Nossob. Große Felder von Lilien, mit einer ganz zarten lila Färbung. Toll, was ein wenig Regen in dieser kargen Landschaft hervorzaubern kann! Red Hardbiest, Gemsbock, Springbock und in der Ferne zwei große Kalahari Löwen mit ihrer prächtigen Mähne, die sich aber nicht nähern wollen, sondern zu unserer Enttäuschung im Busch verschwinden.

 

Letzte Nacht haben Mücken genervt und ich habe kräftig Tabert auf meine Haut gesprüht. Außerdem war es stickig im Raum und wir haben alle Fenster weit aufgerissen, trotz der Schakale, die durch das Camp streifen und sehr gerne kleine herumliegende Artikel, vor allem aus Leder, mitnehmen.  Nichts passiert, den Fenstersims klettern sie nicht hoch, weiß man aber vorher nicht.

 

Die Morgendämmerung ist eine Sensation! Der Himmel zeigt sich in intensiven rot und blau. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Dann erinnere ich mich: da war doch dieses Ausklappblatt in "Twen" vor 50 Jahren mit genau diesem Motiv und diesen Farben, das einige Zeit in meinem Zimmer an der Wand hing.

 

Die Abwesenheit von Störgeräuschen, das Rauschen des Windes in den Bäumen, immer wieder totale Stille, kein w-lan, keine Tageszeitung, kein Mobilfunk, das alles ist Balsam für die Seele. Einfach dasitzen und die Gedanken laufen lassen. Sich dem Lauf der Dinge anpassen, auf Kleinigkeiten achten, intensiv erleben, in uns hineinhören.

 

Wir stocken unsere Vorräte auf und grillen Lamm Koteletts.

 

  

Kalahari Tented Camp, Freitag 27. Januar 2017

 

Wir sind 6.00 Uhr aufgestanden und durch die gewellte Kalahari Sand Dünen Landschaft fünf Stunden in das nicht umzäunte Camp gefahren. Drei Löwinnen, zu faul zum Jagen, beobachten unweit eines Wasserlochs eine Herde Gemsböcke. Etwas weiter liegen drei heranwachsende Löwen, die später prächtige Mähne deutet sich als zarter Flaum an. Zwei ausgereifte Löwen mit genau der prächtigen Mähne drehen uns den Rücken zu und machen keine Anstalten, sich vom Fleck zu bewegen.

 

Der Schlaf letzte Nacht war wieder kompliziert. Als nach 22.00 Uhr die Ventilatoren stillstanden, baute sich im Zimmer abermals diese stickige Luft auf, bei der ich glaube, gleich nicht mehr atmen zu können. Schon die Erwartung dieses Augenblicks macht mir einen dicken Kopf. Also alle Fenster auf und glücklicherweise kam dann aus dem Nichts ein kräftiger Wind der durch das Zimmer blies.

 

Auf dem Weg durch die Dünen sehe ich im Augenwinkel einen großen Vogel ganz niedrig schweben und landen. Wir halten an und entdecken einen Sekretär, orange um die Augen, schwarze Federn an den Beinen als ob er Bermudas tragen würde. Wir bleiben stehen und beobachten ihn auf dem Weg zu einer Wasserstelle. Was für ein eleganter Gang.

 

Das Camp besteht aus Zelten auf Holzplattformen. Jeweils ein Schlaf-/Bad-Zelt und ein Küchenzelt. Riechen gut beim Eintritt. Geräumig, luftig, toll. Solarlicht und gasbetriebene Kühl-/Gefrierkombination. Zwischen den Zelten ein kleine Innenhof, wir werden nur dort draußen sitzen. Mit Blick von der Böschung des trockenen Aub Flusses auf ein nachts beleuchtetes Wasserloch unten im Flusslauf. Tote Hose, außer einem Gnu herrscht Ereignislosigkeit. Teatime, Zeit, die Gedanken schweifen zu lassen, uns von der Stimmung vereinnahmen zu lassen. Luft, Wind, keine Angst vor stehender Luft in der Nacht.

(Das letzte Bild zeigt mich arbeitend! )    

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  • #1

    Sabine R. (Samstag, 04 Februar 2017 18:55)

    Hallo Ruth,
    es ist nicht schlimm, dass der Spitzenladen geschlossen war.
    Ich habe beim Auflösen von Omas Wohnung wieder genug Spitze und Hohlsaumdecken gefunden.
    Viele Grüße Sabine

Kalahari Tented Camp, Sonnabend 28. Januar 2017

 

6.30 Uhr, 14 Grad, da drehen wir uns lieber noch einmal um. Über Nacht ist von Süden, Richtung Kapstadt, eine Kaltfront hochgezogen gekommen und hat für einen Temperatursturz gesorgt. Gut, dass in den Regalen Reservedecken herumlagen. 11.00 Uhr sind es dann schon wieder 24 Grad, wir fahren raus, aber die Tiere haben sich wohl in die wärmeren Dünen zurückgezogen. Wir beobachten lange einen wunderschönen, großen Kampfadler, der sich den Wind durch das Gefieder wehen läßt, aufmerksam die Umgebung betrachtet, uns aber nicht den Gefallen tut, die Spannweite seiner Flügel im Fluge zu zeigen. Eine Giraffenfamilie kreuzt den Weg, Familie Gnu hat viele Junge, die liebevoll umsorgt werden. Die Selbstversorgung macht uns mehr Spaß als die Rundumversorgung in den Lodges. Wir essen dann, wenn wir Hunger haben und das, was aus den Vorräten machbar ist, da kann sich Phantasie entfalten.

 

In der Nacht wachen wir von Löwengebrüll neben dem Zelt auf. Eine Pause, dann wieder. Wir stehen auf, draußen tiefschwarze Nacht, auch im Lichtstrahl der Taschenlampe nichts zu entdecken. Unheimlich der Gedanke, einen Löwen so nahe zu haben, in einem nicht umgrenzten Camp, aber nichts zu sehen.(Ruth: ich hatte das Gefühl, der Löwe steht neben meinem Bett! So was gruseliges!)  

Kalahari Tented Camp, Sonntag 29. Januar 2017

 

Der Morgen kommt mit Sonne, ein paar Federwolken, leichtem Wind bei 20 Grad. Der Ranger vermutet, das Brüllen sei das einer Löwin gewesen, ein anderer Camp Bewohner glaube, die Löwin gesehen zu haben. Abends schickt uns der Ranger zu Zelt 3, dort sind in einem Gang, zwischen zwei Wänden aus Sandsäcken wo die Gasflaschen stehen, zwei junge Löwen, allein, mit weit aufgerissenen Augen, verstört wegen der unerwarteten Aufmerksamkeit, die sie genießen. Hatten sie sich doch hierher zurückgezogen, um ungestört zu sein. Das respektieren wir, auch weil uns bei dem Gedanken unwohl ist, dass die Löwin jeden Augenblick zurückkommen könnte um nach dem Nachwuchs zu sehen (na ja, am helllichten Tage eher unwahrscheinlich).

 

Wo wir gerade beim Respekt vor den Tieren sind. Christianes Kommentare haben die Erinnerung an den Bericht unseres Afrikaners am Anfang des Kalahari Aufenthalts wieder hochgebracht: Nashörner dürfen ja nicht geschossen werden, sind mehr noch als Elefanten bedroht. Trotzdem wollen Jäger unbedingt ein Nashorn schießen. Da gibt es für mehrere zehntausend Euro eine Lösung: Das Nashorn wird mit dem Betäubungsgewehr gejagt, wenn es dann betäubt daliegt wird das obligatorische Foto vom Jäger und der Beute geschossen, später wacht das Nashorn wieder auf und hat hoffentlich wenig Erinnerung an das Geschehen.

 

Ich lese Mankell "Die flüsternden Seelen". Einen Roman über Afrika in Afrika zu lesen hilft schon sehr bei den Bildern im Kopf. Lektüre am Originalschauplatz, na ja, nicht ganz, wir sind ja nicht in Mozambique, aber diese Empfehlung von Jürgen kam gerade zum rechten Zeitpunkt.

 

Die Rufe der Schakale künden am Abend von Besuch und bald sehen wir auch eine Löwin die Böschung heraufkommen und zwischen den Häusern des Camps verschwinden, in Richtung wo wir die Jungen gesehen hatten, die sich aber schon verzogen haben. Später zieht noch ein kräftiger Sturm über uns hinweg.

 

 

Kalhari Tented Camp, Montag 30. Januar 2017

 

 

Die Temperaturen steigen wieder, heute haben wir  7.30 Uhr schon 20 Grad. Wir fahren noch ein wenig umher und treffen auf einen großen Leguan, der sich schnell ins hohe Gras verzieht. Dann fahren wir die kurze Strecke zum Mata Mata Camp weiter. Vor zwei Jahren renoviert, sehr schönes Chalet mit Blick auf das Wasserloch, sehr gut ausgestattet. Auch hier ist w-lan vorhanden, eine Verbindung kann aber nicht hergestellt werden. Der Techniker aus Upington ist angefordert, aber seit Tagen nicht aufgetaucht.

 

Das Kalahari Tented Camp, ein Wilderness Camp ohne Zaun hat uns sehr gut gefallen und Appetit auf mehr gemacht. Bei einer nächsten Reise wollen wir solche Camps mehr in Betracht ziehen.

 

Die Wildbeobachtungen sind eher bescheiden: tagsüber so viele possierliche Meerkatzen wie bei uns Kaninchen, gegen 18.00 Uhr Invasion der Tauben und nach 20.00 Besuch der Schakale, die von der Wasserlochbeleuchtung geblendete Falter vom Boden auflesen und genüsslich vernaschen. Von 22.00 - 5.00 Uhr wird der Strom wieder abgeschaltet und wir betrachten einen Himmel mit unendlich vielen Sternen.

 

Zeit, den Mankell zu Ende zu lesen. Mankell hat sein Afrikabild aus einzelnen Geschichten zusammengesetzt. Und mich damit in seinen Bann gezogen. Geschichten erzählen als eine Form der Kommunikation. Von Mankell so inszeniert, dass er bei mir etwas bewirkt hat. Er hat Inhalt, Struktur, emotionale Färbung so gewählt, dass ich mich dem Erzählten ganz nahe fühlte. Mit der Auswahl des Erzählten kann man auch versuchen, zu manipulieren. Das Gefühl habe ich bei Mankell nicht.

 

Die Ereignislosigkeit am Wasserloch lässt uns die Natur noch intensiver erleben. Die totale Stille, Details der Pflanzen, unsere eigenen Reaktionen auf diese Umwelt ohne Ablenkungen. Das tut gut.  

Mata Mata Camp, Dienstag 31. Januar 2017

 

9.00 Uhr haben wir schon 30 Grad. Im Rückblick auf die Tage in der Kalahari fallen uns die vielen hochgerüsteten SUVs auf und die Landrover Varianten. Scheint zum guten Ton zu gehören, auch wenn die Leute uns in voll ausgestatteten Camps begegnen und in Chalets schlafen. Unser 4 x 4 Pickup reicht völlig.

 

Das Camp hier im ausgetrockneten Flussbett des Aub hat das letzte Mal 2000 unter Wasser gestanden, der Nossob, an dem wir die ersten beiden Stationen gemacht haben, führte 1963 das letzte Mal Wasser.

 

Zeit für Lektüre und um die Gedanken schweifen zu lassen. 

 

 

Keetmanshoop, Mittwoch 1. Februar 2017

 

Keetmanshoop, das Herz des südlichen Namibia. Der Grenzübertritt bei Mata Mata war ein Erlebnis: Ausreise, ein Stück Niemandsland, Einreise. Auf der namibischen Seite stempelt eine Frau die Pässe. Am nächsten Schalter erhebt eine andere Frau die Maut für die Straßenbenutzung. Vor der Ausgangstür prüft eine dritte Frau, ob die Pässe gestempelt sind und notiert unsere Pass Nummern noch einmal in einer Liste. Wir haben die Kinder der Frauen gesehen, Ruth hat eines auf den Arm genommen, sie haben sich prächtig verstanden. Andere Reisende haben wir nicht gesehen. Ob in dieser Jahreszeit wohl mehr als ein Auto pro Tag die Grenze passiert? Wir fahren eine Stunde quer über rote, licht bewachsene Dünen, Düne hoch, Düne runter, ... Eine schöne Farbkombination, das Rot der Dünen und das in der Regenzeit satte Grün der Pflanzen. Später wird die Landschaft eben, karg, vereinzelt Pferde, Rinder. Immer wieder Windrosen. Dann einzelne Hügel, Felsbrocken, Köcherbäume.

 

Keetmanshoop ist eine unscheinbare afrikanische Stadt mit deutlich erkennbaren deutschem Erbe. Die Unterkünfte in der Stadt verströmen den Charme der 60ziger Jahre, wir ziehen am Stadtrand in das B & B "Gesserts" ein und haben jetzt erstmals wieder w-lan. Abendessen im "Schützenhaus": geräuchertes Wildschaschlik, Wildspieß, Erdinger Hefeweizen alkoholfrei. An den Wänden Kriegskarten von 1914, Fotos vom gemütlichen Zusammensein 1909 und Urkunden der Ehrenmitglieder des Turnvereins "Turn Heil" aus 1974 - 1994 (!).

Auf dem Weg nach Keetmannshoop. Selbstgemachter Wurstsalat für unterwegs! Da wir über keine Schüssel verfügen, haben wir einfach den 5 Liter Wasserbehälter oben abgeschnitten und somit umfunktioniert! Auf dem vorletzten Bild entwickelt sich ein Sandsturm. War schon unheimlich auf dieser kargen, endlosen Strecke. Aber diese Stille ist unbeschreiblich schön.

Keetmanshoop, Donnerstag 2. Februar 2017

 

Nach einer sehr warmen Nacht ein super Frühstück bei Gesserts. Dicht bewachsener Innenhof, von einem großen Gummibaum beschattet.

 

Rundgang durch die Stadt. Zum Touristeninfo im Kaiserlichen Postamt, ins Museum in die ehemalige Rheinische Missionskirche von 1895. Gut gemacht, weil dort die schwarze Stammesgeschichte der Stadt und die Zeit der deutschen Schutztruppe gleichermaßen beleuchtet werden. Wir enden im Coffee Shop des Central Hotels.

 

Nachmittags fahren wir in einer Gewitterpause zum Bahnhof von 1927. Einige Waggons stehen am Bahnsteig, ohne Lock. Business Class mit Beckengurten, Tourist Class ohne Beckengurte. Einige Reisende warten vor sich hindösend. Staubig, Farbe blättert, eine trostlose Stimmung.

 

Im Canyon Hotel schickt uns die Rezeption in die falsche Richtung zum Dinner. Als wir dann den richtigen Raum gefunden haben, sind 30 Tische eingedeckt aber niemand da. Wir gehen wieder ins Schützenhaus, diesmal zur Lamm Hackse. Die schwarze Bedienung ist freundlich, vielleicht 35 Jahr alt, und verwirrt mich mit der breiten Zahnlücke vorne. War mir auch schon vorher beim schwarzen Personal in den Lodges aufgefallen. Bei weißen Frauen nicht. Da scheint die staatliche Krankenversicherung nur das Zähneziehen zu bezahlen, für Zahnersatz muss man privat vorsorgen und dafür hat die einfache schwarze Bevölkerung nicht das Geld.  

Der junge Mann mit dem Stein unter dem Kopf hat es sich übrigens gemütlich gemacht für ein kleines Mittagspäuschen!

Das letzte Bild zeigt Menschen wartend am Bahnhof Keetmanshop 

Beim Spaziergang durch Keetmanshoop fällt uns ein nagelneuer Hangar auf, in dem ein Eisenwaren- und Baustoff-Handel untergebracht sind. Auf den ersten Blick für dieses Nest völlig überdimensioniert. Aber Keetmanshoop ist die Hauptstadt des südlichen Namibia und hat ein Einzugsgebiet von 200 km im Umkreis. Der Eigentümer hat irische Vorfahren, die so 1820 nach Namibia kamen. Seine Großmutter kaufte fruchtbares Land in den Bergen, diese Farm bewirtschaftet er heute. Ihm macht außerdem die Arbeit mit Caterpillar Baumaschinen Spaß, er nimmt Aufträge zur Straßenpflege und zum Bau von Dämmen an. Er liebt das Land und will nicht weg. Uns wird bewußt, aus was für unterschiedlichen Perspektiven man das Leben hier sehen kann.

Keetmanshoop, Freitag 3. Februar 2017

 

Nach dem Regen und dem Gewitter ist die Luft angenehm kühl, leichter Wind, die Sonne scheint. Ich sitze im Garten und beobachte andere Gäste, mal freundlich, mal mit sich selbst und den Internet-Geschäften beschäftigt. Loslassen, mal sehen, was der Tag so bringt. Wir schweben in der Zeit, vom Erlebniszwang befreit. Wir fahren zum Köcherbaumwald. Die bizarren Bäume stehen locker verteilt in der Landschaft, dazwischen Felsbrocken, in denen kleine braune Pelztiere wohnen, neugierig, possierlich. Der Köcherbaum ist eine Aloe. Er wird bis zu 9 m hoch, 1 m Durchmesser. Die großen Bäume sind 200 bis 300 Jahre alt. Sie stehen auf schwarzem Fels "Ysterklip", der viel Wärme absorbiert und durchschnittlich 38 Grad warm ist. Er blüht erstmals nach 20 bis 30 Jahren.

 

Dann fahren wir weiter in den giant's playground. Eine leicht gewellte Landschaft in der Felsbrocken gestapelt herumliegen, als ob ein Kind seine Bauklötze zu bizarren Türmchen gestapelt hätte. Nach wenigen Schritten sind wir mitten in einem endlosen Steinmeer, in dem jede Orientierung verlorengeht. Soweit der Blick reicht: Steine, nichts als Steine. Wir folgen gelegentlich aufgestellten Richtungspfeilen, Pfade gehen in alle Richtungen, die geben keine Orientierung. Irgendwann denke ich, wieder am Anfang zu sein und will in die andere Richtung zum Ausgang. Ruth will den Pfeilen folgen. Na ja, wir gehen meine Richtung und verlieren uns mitten in den Steinen. Die Sonne scheint inzwischen mit voller Kraft, die 20 Minuten für den Rundweg sind längst überschritten. Wir werden nervös. Ruths afrikanische Ausbildung als Spurensucherin zahlt sich aus. (Ohne mich  würden wir da immer noch rum laufen oder wären  längst verdurstet! Dummerweise hatten wir auch kein Wasser mit.) Sie orientiert sich an Fußspuren und plötzlich, hinter einer Kurve, taucht der Parkplatz mit unserem Auto auf. Was für eine Erleichterung!

 

Auf der Rückfahrt kaufen wir in der Nähe des Krankenhauses den Holzschnitzern zwei kleine Masken und eine Figur ab. Abendessen in der Central Lodge, schmeckt gut. Am Nebentisch eine schwarze Mädelsrunde, Pizza für alle in der Mitte, jede einzelne mit ihrem Smartphone beschäftigt, gelegentlich ein Aufblicken und Austausch einiger Worte.

 

Die Tageszeitung "The Namibian" berichtet von erfolglosen Verhandlungen um den Kauf von Land von einer chinesischen Gesellschaft in Walfish Bay, um dort ein Erdöllager zu errichten. Von einem chinesischen Geschäftsmann, der auf Kaution aus der U-Haft entlassen wurde, ihm wird Geldwäsche und Zollhinterziehung vorgeworfen. Von der Warnung des chinesischen Botschafters vor Vorurteilen gegen Chinesen im Land, weil sich die namibische Umweltbehörde empört gezeigt hatte, daß Chinesen immer wieder mit Wilderei (Nashörner) und mit Umweltdelikten im Zusammenhang stehen.

Tina: Das zweite Foto zeigt übrigens das kleine Kerlchen, das ich gesucht habe, als Papa mich fotografiert hat! Total süß. Es beobachtet mich, verschwindet blitzschnell hinter den Steinen und taucht plötzlich wieder auf!

Papa konnte den Stein übrigens nicht hoch heben!

Maltahöhe, Sonnabend 4. Februar 2017

 

Wir fahren 230 km nach Norden, Mariental. Afrikanisch, gesichtslos. Von dort 110 km weiter nach Westen, Maltahöhe. Zwischendurch Kriegsgräber. Nach Ausbruch des ersten Weltkriegs beschloß England, die Deutsch Südwest Afrika zu besetzen. Mit Hilfe südafrikanischer Truppenteil, Südafrika war ja englische Kolonie. Zuerst wurden die beiden Seehäfen Lüderitz und Swakopsmund zerstört und damit der Nachschub aus Deutschland abgeschnitten. Dann wurde Windhoek erobert, dort stand Afrikas stärkste Funkstation, die bei guten Wetterbedingungen direkt Kontakt mit Berlin hatte. Damit war die Koordination der deutschen militärischen Aktivitäten zu Land und zur See zerstört. Nach einem Jahr waren die 5.000 deutschen Soldaten besiegt, Namibia kam unter UN Verwaltung, Südafrika/England streckten aber bis zur späteren Unabhängigkeit immer die Hände nach dem Land aus.

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  • #1

    Christiane (Montag, 06 Februar 2017 15:48)

    Heho, supergeile Tierfotos......ich würde sie auch gern mal in natura sehen wollen. Und ihr macht es genau richtig,in dieser schönen Landschaft einfach mal die Seele baumeln lassen. Die wenigsten können es aushalten. .......Die Kirche in Keetmanshop hat ja einen Heiligenschein an der Kirchturmspitze. Genial. ....Kurz mal nachgefragt:" Darf ich eure Bilder auch für private Zwecke benutzen? Weiterhin ein gutes gefahrloses Gelingen eures Abenteuers.

@ Christiane: Schön, dass dir unsere Fotos gefallen! Darfst sie gerne nutzen!

 

Hinter Mariental sind es noch 110 Kilometer bis Maltahöhe. Wieder flache Landschaft, endlose Weite, wenig Bewuchs, Dornenbüsche, kleine Bäume, kein Haus weit und breit. Die Landschaft steigt kaum merklich von 1.000 m auf 1.500 m an. Das Auge kann endlos blicken, vor uns die gerade Straße, die am Horizont im Nichts endet. Das Maltahöhe Hotel ist dieses Jahr 110 Jahre alt geworden, in einem alten Gebäude sind die Bar, Küche, Büro und ein kleiner Speiseraum. Dahinter ein neueres gesichtsloses zweistöckiges Gebäude mit Zimmern. Im Hof ein Biergarten.  Das Hotel wird von einer Frau aus Maltahöhe und einem Rheinländer geführt, der vor 35 Jahren nach Namibia ausgewandert ist. An den Wänden viele Erinnerungsphotos aus der Zeit um 1900, als ein Braunschweiger Bauer Voigt das Gelände erschlossen hat und auch für den Bau eines Dammes gesorgt hat. Außerdem hat er die Karakul-Schaf-Zucht in der Gegend eingeführt. Auch von einem Koch von der Alten Waage in Braunschweig ist die Rede, der so 1880 hierher kam. Der Ort ist durch die Straße in einen weißen und in einen schwarzen Teil geteilt und hat bestimmt an die 20 Kirchen. Die sich gegeneinander abgrenzen und für sich jeweils in Anspruch nehmen, das wahre Heil zu verkünden. Quer durch alle Gemeinden hindurch geht dann noch die Mitgliedschaft in der Farmervereinigung. Die Fenster der Häuser hier im ehemals rein weißen Teil sind alle vergittert, die Zäune aber nur hüfthoch. Überall Hunde die uns im Vorbeigehen ankläffen. Schnitzel und Kotelett zum Abendessen. Na, ja. Trotz Fliegengitter und Moskitonetz nerven uns die Mücken die ganze Nacht. Einsprühen von oben bis unten ist die einzige Lösung.

Martha, die 1874 geborene Tochter von Johann Heinrich Voigts aus Meerdorf bei Peine, hat Eduard Hopert, den Gastwirt Zur Alten Waage aus Braunschweig, geheiratet. Die Toiletten im Hotel Maltahöhe sind eindeutig ausgeschildert. Oben links das alte Gebäude des Hotels. Die Inneneinrichtung ist seit ein paar Jahrzehnten unverändert geblieben.

Sossusvlie, Desert Quiver Camp, Sonntag 5. Februar 2017

 

Wir führen unser Reisetagebuch im Teil 3 fort.