Januar 2017

 

Die zwei Wochen mit unserer Tochter und Lebensgefährte auf Lanzarote waren wunderschön. Weihnachten und Silvester draußen verbringen ist schon super. Auch wenn es längst nicht so warm war wie wir erwartet haben. Aber eigentlich war es auch am wichtigsten, die Zeit gemeinsam zu verbringen. War einfach schön! 

Nun bereiten wir uns langsam auf Südafrika und Namibia vor.

Kommentar schreiben

Kommentare: 14
  • #1

    Birgit (Freitag, 30 Dezember 2016 13:59)

    Hallo Ihr Lieben, ich hoffe Ihr seid gut angekommen und habt Euch gut aklimatisiert! Hier ist nach stürmischem Regenwetter endlich ein wenig Winterwetter mit Sonne und klarer, trockener Luft. Ich wünsche Euch schöne Tage in der Sonne und freue mich auf Eure spannenden Erlebnisberichte.
    Herzliche Grüße aus Lehre, Birgit

  • #2

    Ruth (Montag, 02 Januar 2017 20:37)

    Danke, liebe Birgit!

  • #3

    Tina (Montag, 09 Januar 2017 18:41)

    Ich fand`s auch sehr schön!

  • #4

    Robert (Dienstag, 10 Januar 2017 18:52)

    Hallo Ruth und Günther!
    Euch auch ein schönes neues Jahr.
    Ich wünsche euch eine gute Reise nach Südafrika.
    Liebe Grüße, Robert

  • #5

    Rehfeld (Mittwoch, 11 Januar 2017 18:44)

    Liebe Ruth, lieber Guenther,
    Die Photos sind sehr schön und macht in eurem Urlaub wieder wunderbare neue.
    Danach freue ich mich auf die Eröffnung des Cafés. Ich könnte noch viele Rosental und Fürstenberg Tassen und Porzellanschalen und Kannen zur Bereicherung mitbringen. Sabine

  • #6

    Ruth (Mittwoch, 11 Januar 2017 19:56)

    Toll, schon Kommentare, obwohl wir noch gar nicht weg sind!
    Sabine, bitte alles aufheben, was du an Tassen etc. hast. Eigentlich müsste die Genehmigung in den nächsten Tagen erfolgen. Mal sehen.

    Haltet euch wacker und schreibt mal wieder. Wenn ihr mal länger nichts von uns hört, sind wir in der Wüste und haben natürlich dort kein W-Lan.
    Also abwarten, und nicht denken, das wir verdurstet sind oder vom Löwen gefressen.... (Ja, es gibt Wüstenlöwen, und die sind ganz besonders schön. Hoffe, das mir einer über den Weg läuft!!
    L. G. Ruth

  • #7

    Ralf M (Freitag, 13 Januar 2017 18:28)

    Hallo Ruth, hallo Günther,
    wir wünschen euch einen erlebnisreichen Urlaub und sichere Fahrten. Natürlich sind wir neidisch auf so schöne Ziele.
    LG

  • #8

    Ditmar (Montag, 16 Januar 2017 13:29)

    Hallo, schaue jeden Tag auf die Seite und werde eure Reise verfolgen. Lieben Gruß Ditmar

  • #9

    Christiane (Dienstag, 17 Januar 2017 11:39)

    Hey ihr beiden Zugvögel ;-)
    Ich wünsche euch eine schöne, ungefährliche Reise mit interessanten Begegnungen und überwältigenden Eindrücken.
    Der Bericht von den Löwen treibt mir Tränen in die Augen. Danke fürs Nichtfoto.
    Aber ich finde es voll gut, dass ihr mir Südafrika näher bringt, wenn auch nur hier auf dieser Seite. Thx!!!! Euer Auto gefällt mir auch sehr gut, könnte man ja auch drin schlafen, wenn die Nächte nicht kalt und die Mücken ausgeschlossen sind :-)) Neugierig auf eure nächsten Abenteuer mit ganz lieben Grüßen verbleibt Christiane

  • #10

    Ralf M (Dienstag, 17 Januar 2017 23:55)

    Wie war die Sache mit der Kamera? Liegengelassen? Die kleinen Kameras sind eben zu leicht; da bleiben die schon mal zu Hause.
    Die Sache mit der Löwenzucht ist schon eine furchtbare Sache. In der Natur wird ihnen der Lebensraum genommen. Auf Farmen werden sie nachgezüchtet, leider nicht für den Wildbestand, sondern für die Jagdtouristen. Abknallen aus sicherer Entfernung und natürlich ein Foto zur Erinnerung vom toten Tier und ach so mutigen Löwen.
    Für später aber in den NP noch ein paar freie Löwen, auch wenn sie nur pennen.
    LG Ralf

  • #11

    Grimm (Mittwoch, 18 Januar 2017 17:03)

    Jetzt habt Ihr ja schon eine Menge erlebt. Ich freue mich über Eure Berichte. Seid vorsichtig mit den Löwen.
    Wettermäßig ist es hier nicht schön.
    Euch eine schöne spannende Zeit.
    Rainer

  • #12

    maja (Donnerstag, 19 Januar 2017 09:32)

    Hallo,
    interessanter Bericht und wundervolle Fotos.
    Wünsche Euch weiterhin alles Gute auf der spannenden Reise.
    Liebe Grüße aus dem sehr kalten Braunschweig
    Maja

  • #13

    Tina (Samstag, 21 Januar 2017 10:50)

    Hallo!
    Das ist wieder ein sehr schöner Blog, ich denke an euch!
    Löwi war nach 30 Jahren das erste mal in der Wäscherei und hat es super überstanden :) Ich wette das schafft ihr mit euren Löwen nicht :)

  • #14

    Ruth und Günther (Samstag, 22 April 2017 08:37)

    Danke Mario, dann haben wir ja unser Ziel erreicht!

Namib, ein breiter Wüstenstreifen zwischen Buschland und Atlantischem Ozean. Dort waren wir vor zwei Jahren, zu kurz, ohne Vierradantrieb. Das ist wieder eines unserer Ziele.

Montag, 9. Januar 2017

 

Unfreiwillige Einstimmung auf unsere Reise: Die Stämme der Herero und der Nama haben Klage gegen Deutschland auf Wiedergutmachung eingereicht. Da wurde vor zwei Jahren bei unserer ersten Reise nach Namibia schon drüber gesprochen. Jetzt sind Taten gefolgt. Von Völkermord ist die Rede. Den Tatbestand gibt's im internationalen Recht aber erst seit 1946. Trotzdem sprechen wir vom Völkermord der Türken an den Armeniern, lange vor 46. Beim Vorgehen der deutschen Schutztruppe gegenüber den Herero fällt deutschen Parlamentariern bislang kein passender Titel ein. Vielleicht sind die von drei Seiten eingekesselten Herero Anfang des letzten Jahrhunderts freiwillig in die Wüste gegangen? Das scheinen jedenfalls einige im ehemaligen Deutschsüdwest noch zu glauben. Wenigstens werden schon länger Gespräche geführt. Vielleicht hilft die Klage, dass die Gespräche endlich mit einem Ergebnis enden. Einige sprechen von einem Präzedenzfall, mit z.B. Frankreich und Großbritannien haben wir ja noch ein paar andere jüngere Kolonialmächte, die sich auch nahmen, was sie wollten.

 

Hört sich nach ferner, grosser Politik an. Von wegen: In Zimbabwe ist die Stimmung längst gekippt, die ausländischen Farmer sind vertrieben, enteignet, der ganze Kolonialierungsprozess ist zurückgedreht worden. Hat einer schwarzen Funktionärsschicht genützt und dem Land und der Mehrheit der schwarzen Bevölkerung wirtschaftlich geschadet.

 

In Namibia ist der überproportional hohe Anteil von Landeigentum im weißen (deutschen) Händen ein Dorn im Auge, führt aber noch nicht zu ähnlich weitreichenden Schritten wie in Zimbabwe. Vielleicht schreckt der in Zimbabwe erfahrene Wohlstandsverlust die schwarze namibische Regierung von "unüberlegten" Maßnahmen ab.

 

Uns wird diese Diskussion auf der Reise begleiten,wir werden das Thema ansprechen, uns auf den neuesten Stand bringen. Wir haben das Land, seinen landschaftlichen Reichtum, so toll in Erinnerung, dass wir auf einen sanften Interessensausgleich hoffen.

 

Die letzte Reise ging in die Mitte und den Norden, die jetzige Reise geht in den Süden und die Mitte Namibias. Und durch den Nord-Westen Südafrikas. Völlig neue Eindrücke, ungewohnte Situationen, überraschende Situationen. Braucht kein Mensch. Aber für uns eine Chance, den Gesichtskreis zu erweitern, uns auszuprobieren, das Leben mit allen Sinnen, mit ungeahnter Intensität zu spüren. Neugierig auf die eigenen Reaktionen. Mit garantiert vielen Glücksmomenten, das wissen wir aus den vorangegangenen Reisen.

 

Zunächst sind wir mit uns selbst beschäftigt: So hatten wir z.B. bisher immer zu viel eingepackt - diesmal wollen wir uns weise beschränken. -  Dann ist da noch das Auto, zwar reserviert und bezahlt,  aber viel günstiger als  bei früheren Reisen. Ob da nicht doch noch ein Pferdefuß ist, werden wir bei Fahrzeugübernahme erfahren. - Die letzten Jahre hatten wir fast alle Unterkünfte vorgebucht. Das gibt Sicherheit und nimmt Flexibilität. Dieses Jahr haben wir nur die Unterkünfte in der Kalahari Wüste vorgebucht, ansonsten entscheiden wir vor Ort, wo wir bleiben. Nach aller Erfahrung kein Problem, weil am 15. Januar die Schule beginnt und damit der nationale Tourismus keine Rolle mehr spielt. Wenn uns eine Gegend besonders gut gefallen sollte, bleiben wir einfach länger und streichen andere Stationen aus dem Programm.  

 

  

Frankfurt, Freitag 13. Januar 2017

 

Kurz vor 7.00 Uhr ruft der Airport Shuttle an: Unser Zubringerflug von Hannover nach Frankfurt ist gestrichen worden, Sturm und Schnee haben in der letzten Nacht die Flugpläne durcheinander gebracht. Ich bin mit einem Schlag hellwach. Dann ans Telefon, 30 Minuten Warteschleifen bei Condor und Lufthansa, Umbuchung auf den Mittag hat geklappt, jetzt ist noch Zeit für eine Stunde Schlaf. Beim Umsteigen in Frankfurt finden wir noch eine neue Kamera, unsere eigene war zu Hause geblieben. Während der Wartezeit interessiert mich die Reisebeilage des heutigen "The Wall Street Journal": Fliegen und faul rumliegen-Ferien seien out - Ferien mit lokalen Erfahrungen seien in. Natürlich gebe es die Sehnsucht nach blauem Meer und guten Drinks an der Bar, aber immer mehr Reisende wollen auch interessante Leute treffen, nicht nur Mitreisende. Lokale Erfahrungen waren lange Zeit mit Ungeziefer und versifften Matratzen verbunden. Heute explodiert die Zahl privater Vermietungen über Airbnb. Das sind Reisende, die die individuelle Erfahrung über die Erfahrung mit Tourismusunternehmen im Massentourismus stellen.  Jetzt bietet Airbnb zu den Privatunterkünften auch privat geführte lokale Erfahrungen an. Dieses Konzept wurde diese Woche gerade in LA vorgestellt. Später, auf dem Flug von Windhoek nach Johannisburg wird uns dieses Thema noch einmal beschäftigen, in dem Flugmagazin Januar 2017 von South African Airways.- Der Flug von Frankfurt nach Windhoek ist voller Turbulenzen, finden wir fürs Einschlafen gar nicht schlecht. Platz reicht aus, Essen und Trinken sind gut, so kommen wir nach 11 Stunden entspannt in Windhoek an. Der erste Eindruck: viel grün, leichte Bewölkung, viele gefüllte Wasserlöcher zu sehen, Sonne, 20 Grad.

 

Johannesburg, Sonnabend 14. Januar 2017

 

Das neue Schuljahr hat begonnen. Die seit 100 Jahren erscheinende "Allgemeine Zeitung" aus Windhoek schreibt, daß nicht alle Schüler eingeschult werden konnten, die Plätze reichen wie schon im letzten Jahr nicht aus. Nur 12 % schaffen den Hochschulzugang. Wer es sich erlauben kann, sei es schwarze Politikerelite oder weiße Bevölkerung, schickt seine Kinder nach Südafrika zur Schule. Wirtschaftlich sind die Aussichten für das gesamte südliche Afrika schlecht: Rohstoffpreisbedingter Liquiditätsdruck und wiederkehrende Haushaltsdefizite haben zur Rating-Verschlechterung auf Baa3 negativ geführt. In der Folge wurde die staatliche Sportförderung für 2017 schon zusammengestrichen. Der Diskontsatz beläuft sich in Namibia auf 10,25 %, ungewohnt, wo wir doch bei 0 % herumdümpeln.

 

  

Der Weg zu Thrifty car rental ist schnell gefunden. Insgesamt ist wenig los auf dem Flughafen an diesem Sonnabend Nachmittag. Ein Schwarzer hilft, die Koffer vom Band auf den Trolley zu bringen, ein anderer zeigt den Weg zur Autovermietung. Freundliche, entspannt Atmosphäre. Bei Thrifty ist nichts los, der Service am Tresen ist gelangweilt und inkompetent. Wir bekommen einen Pick up mit blanker Ladefläche. Ich lehne ab und verweise auf den Schriftverkehr und die Buchungskategorie: mit Aufbau auf der Ladefläche, wo sollten wir sonst auch das Gepäck lassen? Ratlosigkeit, im Hintergrund Gespräche mit dem Manager, dann heißt es: in 30 Minuten wird Thrifty einen 4 x 4 Pick up mit Aufbau zur Verfügung stellen. Klappt dann auch, wird ein Mazda, Benziner, sehr lange Ladefläche, sehr hochbeinig, mit Klima, alles schön, sehr schön! Wir machen noch ein paar Einkäufe und fallen müde ins Bett.

Im Protea Hotel in Johannesburg. Ab jetzt wird fleißig geschrieben! Das ist die erste Aufnahme mit meiner neuen  Kamera . Habe meine nämlich dummerweise zuhause liegenlassen (Ruth).

Mit dieser Kiste werden wir uns die nächsten Tage durch Südafrika und durch Namibia bewegen.

Wolmaransstad, Sonntag 15. Januar 2017

 

Wir machen bei Wolmaransstad, auf der Farm Buisfontein Station und buchen uns für zwei Tage ein. Linksfahren, Fünf-Gang-Schaltung und Fahrzeuglänge sind nach 250 km Training o.K.  Auf der Farm ist nichts los, Küche heute am Sonntag geschlossen, also werden wir später in den Ort fahren und eines der Kettenrestaurants besuchen. Buisfontein nimmt an einen Löwenaufzucht Programm teil, heute hören wir sie brüllen, morgen werden wir sie besuchen. Die Landschaft bleibt grün, dieses Jahr scheint die Regenzeit tatsächlich Regen gebracht zu haben. Immer sind ein paar Wolken am Himmel, 21 Grad im Schatten, wo die Sonne ungehindert durchkommt ist es gleich richtig heiß. Abendstimmung auf der Farm, Strauße, Antilopen, viele Vögel.

Auf den Weg nach Wolmaransstad, sehr weiter Blick, sehr grüne Landschaft

Wolmaranstad, Montag 16. Januar 2017

 

Rechts vorne im Bild: das kommt dabei raus, wenn sich Esel und Zebra zusammen tun......

Die Sonne scheint warm zum Fenster rein, Schwalben umkreisen unser Haus im Tiefflug, im Hintergrund Löwengebrüll. Eine richtig blöde Nacht: Mein Knie wollte keine Ruhe geben und ein paar Mücken wollten einfach nicht von uns ablassen. Auf Mücken waren wir noch nicht vorbereitet, deshalb hatten wir keinerlei Abwehrmittel dabei. Also unausgeschlafen zum Frühstück und dann auf den Mahindra Geländewagen, mit dem wir herumgeführt wurden. Durch's Gelände zur Löwenaufzucht. Ca. 600 Löwen in Gehegen. Löwen sind die wirtschaftliche Grundlage der Lodge, sie werden in alle Richtungen weiterverkauft. Ein Löwe mit drei Löwinnen in einem Gehege, alle drei Monate werden die Löwinnen trächtig, die Jungen werden nach zwei Wochen von der Mutter weggenommen. Zu ihrem eigenen Schutz. Es tut weh, mitten in Afrika so viele Löwen in Gefangenschaft zu sehen als big Business. Und dann noch das markerschütternde Löwenbrüllen, Reviermarkieren, alle regen sich auf, keiner kann aus seinem Gehege raus. Das Ganze ist uns keine Fotos wert, Fotos vom Rest der Lodge s.o. Wir fragen nach dem Regen: in dieser Regenzeit hat es so viel geregnet wie wohl seit 1995 nicht mehr. Der Regen wird uns dieses Jahr sehr reich machen, sagt uns unser schwarzer Führer. Gegen 11.00 Uhr baut sich eine einzige große dunkle Wolke auf, aber außer Donner folgt nichts. Wir machen ein paar Einkäufe im Ort und treffen nur vereinzelt auf Weiße. Vor allem Anti Mücken Mittel! Insgesamt freundliche Stimmung. Für einen leichten Imbiss gehen wir ins Grill House und finden eine Karte ausschließlich in Afrikaans. Cheeseburger und Hähnchensalat schmecken hervorragend. Ein kurzer Schauer und schon zaubert die untergehende Sonne wunderschöne Lichtkontraste, im Hintergrund gelegentliche Donner des abziehenden Gewitters. Wir freuen uns auf unsere nächste Station und wollen morgen recht früh losfahren.   

Wolmaransstad, Dienstag 17. Januar 2017

 

(Da fehlt noch eine Erläuterung zu den Bildern oben: das südafrikanische Huhn habe ich extra für Ditmar und Andreas im Bild festgehalten! Ähnelt den eurigen oder?)

 

Kirche auf dem Gelände der Lodge. Extra für Hochzeiten gebaut. Anschließend kann man dort in einem großen, herrlichen Raum feiern.

Wetterumschwung. Sonne, leichter Wind, strahlend blauer, wolkenloser Himmel. Am Morgen noch kühl, da brauche ich Jeans, T-Shirt und kurzärmeliges Hemd. Wir packen in bester Stimmung zusammen und freuen uns auf Kimberley, das Zentrum des Diamantenbergbaus.

Kimberley, Dienstag 17. Februar 2017

 

Das Land wird flach und grün. Blumen blühen in lila und gelb. Gemütliche Fahrt über 230 Kilometer. Kimberley erscheint auf den ersten Blick hässlich. Wir quartieren uns am Rande der Stadt im 1872 geründeten Halfway House Hotel ein. Die Weiße an der Rezeption fällt durch Inkompetenz auf und nervt. Die Stadt sei nicht sicher, wir sollten besser nicht zu Fuß in der Stadt rumlaufen. Dagegen sieht die weiße Bedienung beim Abendessen im Hotel kein Problem, tagsüber in der Stadt herumzulaufen. Da wollte wohl eine dumme Rezeptionistin nur ihre platten Schwarz-Weiß-Bilder loswerden. W-lan war zwar vorhanden, aber weder mit dem I-phone noch mit dem Laptop können wir eine Verbindung herstellen. Die Rezeptionistin sagt, alles sei in Ordnung und so können wir erst einmal unser Tagebuch nicht fortführen. Wir laufen noch um den Häuserblock dieses sehr reichen Stadtteils. Riecht nach Middlemanagement der Diamantenindustrie. DeBeers hat nach wie vor seine Hauptverwaltung in der Stadt. Grundstücke vergittert, Fenster vergittert, Autos auf den Grundstücken geparkt, sehr gepflegte Gärten, schöne Architektur: goldene Käfige. Wir sind von Wolmaransstad hierher nach Kimberley Richtung Äquator, also ins Warme gefahren. Hier reicht auch Abends eine leichte Hose und ein T-Shirt. Selbst hier in der Stadt fällt uns die Ruhe auf, da ist der Lärmpegel in deutschen Städten doch wesentlich höher. In der Zeitung wird wieder über die Regenzeit geschrieben: Zwar hat es Niederschläge gegeben, aber sie sind immer nur örtlich und deshalb variieren die Aussagen und Berichte so stark. Unser Mazda verbraucht 12,5 l bei Höchstgeschwindigkeiten bis zu 120 km/h. Ein Liter Benzin kostet knapp 1 €.

Auf dem Weg nach Kimberley

Dieses Schild muss ich (Ruth) unbedingt für unseren Garten haben. Weiß nur bisher nicht, wo  ich es kaufen kann. Hat irgendwer von euch auch noch Interesse???

Ohne Kommentar!

Kommentare: 1
  • #1

    Tina (Samstag, 21 Januar 2017 10:53)

    Wunderbar, könnte auch im Badezimmer für "nicht im Stehen pinkeln" hängen :)

Kimberley, Mittwoch 18. Februar 2017

 

Wir haben wunderbar geschlafen, total entspannt aufgewacht, sind bester Stimmung. Die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel, 9.00 Uhr sind es 26 Grad. Zimmerbreite Türen führen zum Innenhof mit einem Pool in der Mitte. Drumherum Kunstrasen, kleine Tische und frühe Hotelgäste, die erst einmal eine rauchen wollen. Die Türen zum Innenhof weit offen. Hotelgäste als große afrikanische Familie.

 

Wir fahren zum Big Hole, wo so etwa zwischen 1870 und 1920 Diamanten erst bis so 270 Meter im Tagebau und dann im Bergbau abgebaut wurden. Gute Führung, wir sind zusammen mit einem Londoner die einzigen Gäste. Beeindruckend, was damals mit Spitzhacke und Schaufel im Granitgestein geschafft wurde! Um das Big Hole herum sind 40 Gebäude aus der Zeit wieder aufgebaut worden. Der Schuhladen mit Originalinventar und Schuhkästen, Schuhen, Dr. Scholl Werbung. Die Schmiede mit allen Werkzeugen und Werkstücken usw. Anschaulich, wir haben Zeit das alles auf uns wirken zu lassen, uns in die Zeit zurückzuversetzen. Eine beeindruckende Erfahrung. Am Ende haben wir einen halben Tag auf dem Gelände verbracht.

 

Anschließend fahren wir noch in das McGregor Museum, ein früheres Lungen-Sanatorium für europäische Gäste, dann Hotel. Auch aus der Diamantenfieber-Zeit. Schöne Architektur, viel Holz, eines der Hotelzimmer ist noch im Original erhalten.

 

Zum Tagesausklang machen wir ein paar Einkäufe für unseren späteren Aufenthalt in der Kalahari, wo die Versorgung nicht so zuverlässig ist. Die Shopping Malls schließen 20.00 Uhr, nach Ladenschluss bekommen wir bei der sechten Nachfrage einen guten Tipp, wo wir eine Kühlbox mit Zigarettenanzünder-Anschluss finden können. Die Tageszeitung schreibt viel über Trump und die prime rate liegt bei 10,5 %, gewaltig für unsere Verhältnisse und Ausdruck der Risiken, die für Südafrika und den Rand gesehen werden.  

 

"The Big Hole", Diamantenmine

Durchmesser ca. 5cm. Mir hätte auch ein klitzekleiner gereicht....

"Diamonds are the girls best friends......."

Original aufgebaute Kleinstadt von ca. 1880. Friseur, Bank, Schuhladen, Kneipe...Gleich neben der Mine. 

Günther (7tes Bild) verhandelt mit dem Bankangestellten erfolglos über die Verwendung der Visa-Kreditkarte, 1880-2017, da kann man schon mal aneinander vorbei reden!

 

Frau Scheller: Sehen sie mal, es gab auch damals schon Dr. Scholl für  die Hallux- Behandlung!

Und Sabine: Die Spitzen hätte ich dir gerne für deine Kissenhüllen mitgebracht, war aber leider geschlossen!

McGregor Museum

 

 

Upington, Donnerstag 19. Januar 2017

 

Vor der Abfahrt aus Kimberley kaufen wir noch die Kühlbox, passt genau zwischen uns auf die Sitzbank unseres Mazda. Wir besuchen noch eine Fotosammlung aus den 20ziger und 30ziger Jahren mit afrikanischen Motiven, ein kleiner Ausschnitt aus einem Archiv von 7.000 Bildern. Wir verstehen immer besser, was für eine Kultur hier einmal war, wie europäische Macht-Interessen, verkleidet als Christianisierung hier brutal eingegriffen haben, alles verändert haben. Viel freier Ausstellungsraum, bei mehr Interesse könnten viel mehr Bilder gezeigt werden. Dem Besucherbuch nach zu urteilen, verirrt sich nur alle paar Tage mal ein Besucher in dieses als Stiftung geführte Gebäude. Wir packen das Auto und fahren bei 34 Grad los.  

Wir fahren Richtung Upington, 100 Kilometer vor dem Ort wollen wir abbiegen in die Witsand Nature Reserve, zum Brilsand. Einer angeblich weißen Düne mitten im roten Kalaharisand. Wir biegen auf die R 383 ab, da sollen dann irgendwo Schilder sein. Unser Navi kennt die Nature Reserve auch. Schotterpiste, so an die 10 Viehgatten auf und zu, dann sind wir wieder auf der Nationalstrasse. R 383 in die falsche Richtung genommen. (Den Kommentar kann ich mir jetzt nicht sparen: "Frau" wusste von Anfang an, dass dieser Weg nicht richtig sein kann. Von Gatter zu Gatter? Dann haben wir noch zwei junge Farbige gefragt, ob der Weg richtig sei. Natürlich! Aber ihr hättet das Grinsen dabei sehen sollen!)   Wir geben nicht  auf!  merken an einem Wegweiser dann unseren Irrtum und biegen auf eine andere Schotterpiste ab, 45 Kilometer durch bergiges Gelände, die Piste mit deutlichen Spuren kräftigen Regens. In der Nature Reserve sind ein paar Angestellte an der Rezeption, geben uns ein Chalet zur Alleinnutzung und sagen uns, dass sie keinen Führer mehr haben, der im Reiseführer noch für die Kalahari Experience angeboten wurde. Das Chalet ist Reed gedeckt, die Betten sind seit Wochen bezogen, tote Fliegen usw. überall. Zum Bad geht es vom Schlafzimmer über die Terrasse. Die weiße Sanddüne ist zu 50 % bewachsen, wir sind nicht beeindruckt. Wir reisen wieder ab und wollen irgendwo anders übernachten. Viel Benzin ist nach unseren heutigen Irrfahrten, zum Teil im 4 x 4 Modus, auch nicht mehr übrig. Die nächste Tankstelle in 50 Kilometern Entfernung, bei Eingabe der Route aber 100 Kilometer, das andere war Luftlinie. Also Klimaanlage aus, bergab im Leerlauf. Wir haben die halbe Reserve verbraucht, als endlich die Tankstelle auftaucht - und sogar geöffnet ist. Die Lodges und B & B der Umgebung entpuppen sich als Nieten. 19.30 Uhr, es wird dunkel, im Dunklen soll man zur Sicherheit nicht mehr über Land fahren. Bei der Abwägung zwischen schmuddeligen Lodges und Sicherheitsbedürfnis verzichten wir lieber auf Sicherheit und fahren 1,5 Stunden durch die Dunkelheit nach Upington. Im Le Must finden wir ein geräumiges Zimmer, das Gelände des B & B liegt direkt am Orange Fluss in einem tropischen Garten. Das reicht für heute! Wir sind kaputt und essen im Protea Hotel noch einen Salat.    

Übrigens: das, was da am Elektrizitätsmast hängt ist ein Vogelnest.

Das siebte Bild zeigt übrigens eines der vielen Gatter, die wir öffnen und anschließend wieder schließen mussten auf unserer ungewollten Überlandfahrt!

Kommentare: 4
  • #4

    Susanne Köhler (Donnerstag, 16 Februar 2017 19:10)

    Hallo Namibia-Fans,
    jetzt muss ich hier auch mal was schreiben;-)
    Ich lese mit Begeisterung die Texte und bin komplett überzuckert von den fantastischen Bildern. Ich werde im Mai dort unten sein! Also ist das für mich schon mal sehr informativ und die Vorfreude darauf.
    Ich wünsche weiterhin, natürlich ohne Panne, gute Fahrten und traumhafte Eindrücke und Erfahrungen von dieser malerischen Natur mit seinen Lebewesen (Mensch und Tier).
    Übrigens: Das "Wildpinkelverbotsschild" wartet nur noch auf Angabe der gewünschten Größe ;-)
    Herzliche Grüße aus good old Germany

  • #3

    Maja (Dienstag, 24 Januar 2017 10:43)

    Hallo,
    der Reisebericht ist spannend und informativ zugleich.
    Die Fotos sind super.
    Liebe Grüße Maja

  • #2

    Jürgen (Samstag, 21 Januar 2017 19:07)

    Hallo, ihr Zwei,
    danke für die ausführlichen Berichte eures Abenteuers in Südafrika. Bewundern euer Durchhaltevermögen!
    Hoffen, ihr seid jetzt von Mücken, tote Fliegen im Bett und inkompetenten Hotelangestellten verschont.
    Also: immer eine handbreit Sprit im Tank.
    Wir freuen uns schon auf die Fortsetzung
    LG Uschi und Jürgen

  • #1

    Christiane (Freitag, 20 Januar 2017 20:53)

    Huhu, das Pinkelfoto hat mich doch sehr erheitert. Ganz klare Ansage an die Männer!
    Das Vogelnest ist bestimmt ein Mehrgenerationen-Haushalt,wirklich beeindruckend.
    Ich entnehme den Bildern das es doch sehr ordentlich und aufgeräumt ist, hätte ich nicht gedacht. Bin schon gespannt und freue mich auf weitere Einträge.Liebe Grüße nach Südafrika

Upington, Freitag 20. Januar 2017

 

Sonne, strahlend blauer Himmel, leicht Brise, richtig warm. Wir stehen 8.00 Uhr auf, gut ausgeschlafen. Die schwarze Bedienung, die uns gestern Abend in Empfang genommen hat, macht uns bewußt, wie kaputt wir angekommen sind. Das haben wir jetzt hinter uns.

 

Wir haben heute auch in Ruhe eure Kommentare lesen können. Und sind dadurch motiviert, weiter zu schreiben. Für uns selbst um noch einmal alles Revue passieren zu lassen, für euch wenn es euch gefällt.

 

Wir haben Sorge, dass diese Seite zu lang wird, wir sie vielleicht nicht mehr überall hochladen können. Deshalb richten wir morgen eine neue Folgeseite ein.