Thailand, Februar 2014, Teil zwei

Ayutthaya, Dienstag 4. Februar 2014

35 Grad, leichter angenehmer Wind, da bietet sich der Rythmus an "morgens raus, mittags rein, abends raus". Gestern Abend war wieder die Straßenmeile dran, wir hatten doch noch nicht überall probiert. Was für ein Gewusele, rücksichtsvolles Gewusele. Wieder mehrheitlich Thais, einerseits schön, so fühlten wir uns in Thailand, andererseits schlecht, denn Schilder und Auskünfte waren fast ausschließlich in Thai. Wir sind trotzdem mehr als satt geworden und haben uns abermals über neue geschmackliche Erlebnisse gefreut. Zeichensprache und Spaß am Experimentieren sind der Schlüssel zum Erfolg. Die Menschen sind ohne Alkohol in guter Stimmung. Viele Stände verkaufen alle Arten von Softdrinks, Wir sehen nur einen Stand, der Carlsberg Bier in Flaschen verkauft. Auf Bühnen versuchen sich junge Talente, auf einer Bühne wird Theater gespielt, mit schrillen Stimmen und grell geschminkt. Ein Stand mit frittierten Maden und Insekten, den wir vorher schon vollgepackt bewundert hatten, war 22.00 h fast leergekauft.

Heute Vormittag waren wir auf dem "Floating market" der inzwischen nicht mehr floatet sondern auf festen Plattformen über dem Wasser stattfindet. Ein Teil der Boote wird noch für Handel oder Garküche genutzt, steht aber auch auf Balken oberhalb des Wassers. Den richtigen Floatings market gibt es nur noch auf alten Fotos. 

Gestern hatte mir ein Bankautomat zwar eine Quittung, aber kein Geld ausgespuckt. Die Bank war schon geschlossen, Heute bin ich noch einmal zu der Bank und habe das Problem geschildert. Sie wollten den Bankautomaten prüfen, ich solle in einer Stunde wiederkommen. Gesagt, getan, das Geld lag bereit wurde mir vorgezählt und ohne Quittung ausgehändigt. Respekt!
Dieses Foto von unserem umgebauten Reiskahn war irgendwie verloren gegangen, hier ein neuer Versuch.
Dieses Foto von unserem umgebauten Reiskahn war irgendwie verloren gegangen, hier ein neuer Versuch.
Nochmal ein Blick in den Gästeraum unseres Sternerestaurants in Ayutthaya
Nochmal ein Blick in den Gästeraum unseres Sternerestaurants in Ayutthaya
Tradition und Moderne
Tradition und Moderne
Wer hat den Buddhakopf in den Baum einwachsen lassen?
Wer hat den Buddhakopf in den Baum einwachsen lassen?
Klassisches Thai Theater auf der Meile
Klassisches Thai Theater auf der Meile
Der Hauptdarsteller
Der Hauptdarsteller
Gestern waren gleich mehrere Drachen unterwegs, Trommeln und Teller dabei, einige mit Beleuchtung. In beeindruckenden akrobatischen Übungen
Gestern waren gleich mehrere Drachen unterwegs, Trommeln und Teller dabei, einige mit Beleuchtung. In beeindruckenden akrobatischen Übungen
Unser Hotel "tony's Place", unten Restaurant, vor der Treppe Schuhe ausziehen, Treppen hoch in's Klimatisierte Zimmer
Unser Hotel "tony's Place", unten Restaurant, vor der Treppe Schuhe ausziehen, Treppen hoch in's Klimatisierte Zimmer
Floating market floatet nicht mehr
Floating market floatet nicht mehr
Fußpflege auf Thailändisch: die Fische mögen Hornhaut
Fußpflege auf Thailändisch: die Fische mögen Hornhaut
Fussmassage hörte im Nacken auf, haben Ruth und ich genossen
Fussmassage hörte im Nacken auf, haben Ruth und ich genossen
Wäsche waschen klappt super: 11.00 h abgegeben, 19.00 h duftend zurück. Hemden, Hosen, Socken, insgesamt 1,2 kg für 1,50 Euro. Jetzt können wir die Koffer für die Weiterreise per Bahn packen. Gerade auch die Erfahrung mit der Bank zeigt, wie entspannt das Leben hier läuft, alles easy (aber durchaus effizient). So macht das Reisen Spaß.

Ruth: wenn ich hier die Menge von Plastiksachen (für jede Kleinigkeit eine Extratüte oder Behälter) sehe, kommt mir fast, aber nur fast folgender Gedanke: packen wir zuhause doch einfach die graue Tonne in die blaue Tonne und die beiden Abfalltonnen dann in die gelbe Tonne. (Ich werde nie wieder mit unserer lieben Zugehfrau Frau Jäger "schimpfen", wenn sie den Müll nicht ordentlich trennt !)

Auf der FAZ Internetseite verfolgen wir die Berichterstattung über die instabile Lage in Thailand. Hier in Ayutthaya spüren wir nichts davon, gar nichts. Die Plakate mit den Kandidaten sind aus den Straßen  verschwunden, keine hitzigen Diskussionen, kaum Präsenz von Polizei, dafür viel Trubel, viel Lebensfreude.
Phitsanulok, Mittwoch 5. Februar 2014

Wir hatten in Indien mal einen Nahverkehrszug genommen, 2 h für 60 km, dritter Klasse, Holzpritsche, 8 Personen eng zusammen, mit jeder denkbaren Art von Erkrankung, offene Fenster, ein Graus. Dementsprechend skeptisch war Ruth, als ich Bahnfahren in Thailand vorgeschlagen habe. Wir haben unsere Angst überwunden und sind nach 3 1/4 Stunden für 10 Euro gut angekommen. Zweite Klasse, klimatisiert, nicht sehr schnell, sehr gut gefederte Waggons und Sitze, Platzreservierung und: gegen Mittag kommt eine Frau durch mit drei versiegelten Plastikbechern, einer mit Hühnersuppe, einer mit Reis, einer mit scharfem Rindfleisch und ein Becher Wasser. Der Fußboden wurde drei Mal während der Fahrt gewischt, die Sitze ähnelten Flugzeugsitzen. Draußen zogen endlose Reisfelder vorbei, von Zeit zu Zeit ein glänzender Bhudda auf Anhöhen. Das Personal hilft beim Ein- und Aussteigen. Wir freuen uns, dass wir uns auf diese Erfahrung eingelassen haben. 
Wenn 6 Thai in ein Tuk Tuk passen, dann gehen da auch zwei ausgewachsene Germanen mit Gepäck rein
Wenn 6 Thai in ein Tuk Tuk passen, dann gehen da auch zwei ausgewachsene Germanen mit Gepäck rein
Vor der Abfahrt
Vor der Abfahrt
Mit unserer Abfahrt gingen in Ayutthaya auch die einwöchigen Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest zu Ende.
Phitsanulok, Donnerstag 6. Februar 2014

Der gestrige Abend war zunächst von Vorbereitungen für die Weiterreise geprägt. Der Nachtzug nach Chiang Mai mit Schlafwagen ist komplett ausgebucht. Zurück im Hotel schickt uns die Rezeption zum Busbahnhof, zusammen mit einem Zettel auf Thai, der unser Anliegen erläutert. Unterstützung durch ein paar telefonische Anfragen erhalten wir nicht. Überhaupt kommen wir mit Englisch hier nur selten weiter. Schon die Suche nach einem Reisebüro in der Gegend um den Bahnhof herum war vergeblich. Am Schalter der uns empfohlenen Buslinie war keine Verständigung möglich. An einem anderen Schalter, ebenfalls mit " VIP Bussen" kamen wir mit Englisch gut klar. Statt 7 Stunden mit der Bahn fahren wir jetzt 5 Stunden mit dem Bus nach Chiang Mai. 

Aber erst einmal wollen wir uns hier in der Gegend die Überreste des ersten thailändischen Königreichs aus der Zeit so um 1200 ansehen. Vorher sind wir gestern Abend auf den Nachtmarkt gegangen. Fast keine Ausländer. Irgendwie wiederholen sich die Angebote, das Gewusele, die Gerüche, die Musik- und Tanzdarbietungen. Jetzt wollen wir uns in ein ganz normales Restaurant setzen und Abendessen. Wir finden nur Imbisse mit ein oder zwei Essen und landen am Ende wieder in unserem Hotel. Essen gut , Singha Bier gut, alles gut. 

Am Frühstückbuffet wählen wir thailändische Suppe und Obst, ein toller Geschmack! So macht es Spaß, sich auf das Land einzulassen. 
Das war ein erlebnisreicher Tag in Shukonthai, dem Zentrum des ersten thailändischen Königreichs, so im 13. Jahrhundert. Eine Stunde mit dem Bus von hier entfernt, dann nochmals mit dem Sammeltaxi 15 km außerhalb der heutigen Stadt Shukonthai. Die Ruinen, Tempelreste, sind von 1953 - 1967 freigelegt, gesichert und an einigen Stellen restauriert worden. Dazwischen weite Rasenflächen, ein paar Bäume, alles sehr weitläufig. Wir machen mit dem "Sammeltaxi" eine individuelle Rundtour, die von vorn bis hinten Spaß macht. Im Nationalmuseum sind Fundstücke vom 12. Jahrhundert aufwärts ausgestellt und erläutert. Am Interessantesten finde ich eine Präsentation die zeigt, wie sich der Stil der Buddhadarstellungen in den Epochen verändert hat. Uns gefällt die Nu Thong Stilrichtung (13., 14. Jahrhundert) am besten, geprägt von einem ganz feinen Lächeln. Und dann war da auch noch eine Übersicht über die unterschiedlichen Posen, in denen Buddha dargestellt wird und was eine jede Pose symbolisiert. Leider war Fotografieren verboten und die Broschüten gab es nur auf Thai. Überhaupt erstaunlich, wie wenig Menschen auf dem Gelände zu sehen waren. Diese Stätte verdient wahrlich mehr Aufmerksamkeit! Aber gut für uns, wir konnten sowohl Ausstellungsstücke wie auch die Ruinen und viele Buddhadarstellungen auf uns wirken lassen. 
Bus von Phitsanoluk nach Shukonthai
Bus von Phitsanoluk nach Shukonthai
Unser Fahrer hat durch den Erwerb diverser Opfergaben an Buddha alle Vorkehrungen für eine sichere Ankunft getroffen. Das beruhigt uns.
Unser Fahrer hat durch den Erwerb diverser Opfergaben an Buddha alle Vorkehrungen für eine sichere Ankunft getroffen. Das beruhigt uns.
Ruth: in seinem Alter darf Günni ruhig mal ein Nickerchen zwischendurch machen!
Ruth: in seinem Alter darf Günni ruhig mal ein Nickerchen zwischendurch machen!
... Und von den Reisfeldern bekommt er nichts mit
... Und von den Reisfeldern bekommt er nichts mit
Auf unserer Tour mit dem "Sammeltaxi" durch das erste thailändische Königreich
Auf unserer Tour mit dem "Sammeltaxi" durch das erste thailändische Königreich
Eine riesige Buddhadarstellung aus der Nu Thong Epoche, unser Favorit
Eine riesige Buddhadarstellung aus der Nu Thong Epoche, unser Favorit
Größenvergleich
Größenvergleich
Größenvergleich
Größenvergleich
Doch alles ein bisschen heiß!
Doch alles ein bisschen heiß!
Elefanten Tempel
Elefanten Tempel
Für heute reicht's mir mit den Besichtigungen
Für heute reicht's mir mit den Besichtigungen
Phitsanoluk, Freitag 7. Februar 2014

Für heute ist Müßiggang angesagt. Ein Tempelbesuch im Wat Ratburana. Nicht allein Besichtigungsstääte, sondern mitten im Leben. Statt der üblichen Aufforderung zum Spenden kommt hier spirituelle Musik über die Lautsprecher. Musik die uns beiden so gut gefällt, dass wir einen Mönch bitten, uns einige Stichworte auf Thai mitzugeben, damit wir irgendwann auf der Reise mal eine CD finden können. Ein schwarzer Buddha ist in einem sehr alten, kleinen Tempel, aber leider zur Restauration gerade eingerüstet. Drumherum tobt der Innenstadtverkehr, wir genießen den Kontrast zum verlangsamten Leben innerhalb des Tempelkomplexes. Und dann wieder raus in den Trubel, rein in ein traditionelles Kaufhaus wie bei uns vor vierzig Jahren. Die Verkäuferinnen freundlich bemüht. Inzwischen ist es Mittag und weit über 30 Grad, jetzt wird das Rumlaufen in der schlechten, warmen Luft zur Qual. Also rein in's Taxi, Mittagssuppe im Hotel. Wir bereiten die Weiterreise heute Nacht vor, 3.15 h ab Phitsanulok, 8.15 h Ankunft Chiang Mai. Die Abstimmung mit der Rezeption war eine Geduldsprobe, das Mädel wär verzweifelt bemüht, verstand aber nur Bruchstücke. Eine sprachkundige Vorgesetzte konnte schließlich helfen. Also hoffen wir mal, dass heute Nacht alles klappt.
Kirchensteuer nach Landessitte
Kirchensteuer nach Landessitte
... So haben die Mönche immer was zu Essen
... So haben die Mönche immer was zu Essen
Touristin streicht mit den Händen über den Gong und entlockt ihm mystische Töne
Touristin streicht mit den Händen über den Gong und entlockt ihm mystische Töne
Beeindruckend verziertes Tempeldach
Beeindruckend verziertes Tempeldach
Abendessen auf der Hotelterrasse
Abendessen auf der Hotelterrasse
Nach all den Erlebnissen: ein schönes kühles Singha Bier
Nach all den Erlebnissen: ein schönes kühles Singha Bier
Das Abendessen ist in diesem Hotel immer wieder eine ganz besondere Erfahrung. Auf der Bühne im Restaurant findet jeden Abend Karaoke als Begleitung zum Abendessen statt. Die Klimaanlage kühlt das aufregende Geschehen auf den gefühlten Gefrierpunkt runter. Also flüchten wir auf die Terrasse. Solange die Tür geschlossen bleibt, dringt Karaoke nur gedämpft nach draußen. Dafür dringt Karaoke Sound von zwei Restaurantschiffen auf dem Fluss herauf. Trotz Ventilator haben uns auch die Mücken bald entdeckt. Aber der Anti Mücken Stift hilft. Bei all der unterschiedlichen, verqueren Beschallung hilft nur meditative Tiefenentspannung, rechts rein, links raus. Wir sind ja im Urlaub, da gelingt das.
Chiang Mai, Sonnabend 8. Februar 2014

Die Busreise hat gut geklappt, wir sind entspannt angekommen. Alle Ängste waren unbegründet: Taxi kam pünktlich, Bus hatte bequeme Schlafsessel, wir haben einige Stunden geschlafen, der Scania Bus war gut gefedert und gut Motorisiert auf dem Weg in die Berge.

Autos, das ist eine ungewohnte Erfahrung in Thailand. Dies ist praktisch eine VWAG-freie Zone. Wir haben ein paar alte Käfer und Typ III gesehen, einen Passat, einen Audi A 6 und das war's. Ansonsten viel Toyota, einige Tata.

In Chiang Mai beginnt heute das 38. flower festival. Ein absolut überwältigendes Spektakel, das drei Tage Land dauert. Drei Stunden Umzug mit geschmückten Wagen, Musikgruppen. Für unseren Geschmack einen Tick zu schrill, doch wir können uns der fröhlichen Stimmung gar nicht entziehen, wollen wir auch gar nicht. Dazu die Straßen voll von Ständen mit Fressalien und Kleinkunst und unendlich vielen Menschen, ohne das manchmal aggressive Geschiebe des Magnifestes. Was für eine Erfahrung für alle Sinne! 

Abends steht uns dann der Sinn nach Italiener. Schmeckt sehr gut. Wir probieren erstmals thailändischen Wein, Marke "Naga", Chenin Blanc und Colombard-Traube, den mögen wir. 


Unser Bus von Phitsanulok nach Chiang Mai, 5 Stunden Fahrt
Unser Bus von Phitsanulok nach Chiang Mai, 5 Stunden Fahrt
Verprobung thailändischen Weißweins
Verprobung thailändischen Weißweins
Einen ganzen Abend lang Bühnenshow
Einen ganzen Abend lang Bühnenshow
Beautiful
Beautiful
Umzugswagen
Umzugswagen
Viele beleuchtete Bäume
Viele beleuchtete Bäume
Chiang Mai, Sonntag 9. Februar 2014

Genug der Tempel und Buddha Figuren, das Auge hat sich satt gesehen. Wir beobachten die Menschen in den Tempelanlagen. Das Land erscheint uns von großer Religiosität geprägt zu sein. Interessant zu beobachten, mit welchem Ausschliesslichkeitsanspruch Religion gelebt wird. Mit welchem Recht erhebt sich eine Religion über die andere? Wollen doch alle ethisch moralische Kategorien vermitteln, in Varianten, die der jeweilige Kulturkreis prägt. Läuft nur nicht so wirklich gleichberechtigt ab, da schwingen sich immer noch in den Kirchen (alte) Männer auf, ihr gestriges Weltbild als religiöses Ideal zu verkaufen und haben in ihrer Institution das Wesen der Demokratie noch lange nicht verstanden. Bei uns nicht und hier auch nicht: traditionell werden hier den Mönchen Geld- und Sachspenden dargebracht. Dabei kniet der Gläubige vor dem auf einer Art Tron sitzenden Mönch nieder und der Mönch spendet den Segen. Die moderne Form erfordert keinen persönlichen Einsatz eines Mönches, da stehen einfach drei Plastikmönche mit Plastikklingelbeuteln, in der Gläubige Geld einwirft und dann eine synthetische Stimme spricht. Hatten wir das bei Tetzel nicht auch schon mal?

Der Tag wird wieder über 30 Grad warm, eine leichte Briese weht, die Stadt feiert den zweiten Tag flower Festival und wir machen eine Bootstour auf dem Fluss zu einer Art "Schulgarten Farm Restaurant". Hätten wir uns besser gespart.

Danach Antimückensprai für die Elefantentour, Konzentration 55 und 95 Prozent und anschließend Massage. Füße für Ruth, Rücken und Nacken für mich. Bei Ruth dudelt eine desinteressierte Masseurin mechanisch an Füßen und Unterschenkel rum, eine Stunde lang, eher zum Abgewöhnen.bei mir hat's mit der Lockerung geklappt. Das vom Lonely Planet gelobte Institut mit blinden Masseurinnen schickte uns durch seine Ungepflegtheit und Unfreundlichkeit ab.

Der sunday walking market war eine tolle Überraschung. Unendlich viele Stände entlang einer Straße, aber alle mit einem gewissen Qualitätsanspruch. Einige Einkäufe später sind wir dann doch wieder bei Stefano und Ravioli und Spagetti gelandet.
Mae Spok, Montag 10. Februar 2014

Wir sind 11.00 h im Hotel abgeholt worden und im Kreis von illustreren fünf weiteren deutschen Interessenten in das Elefantencamp gefahren. Eine Stunde von Chiang Mai entfernt.
Begrüßung im Haus des deutschen Tour Operators, Entstehung des Unternehmens mit 50 Angestellten, politische Lage hier, die ruhig ist, aber totale Abhängingkeit vom Flughafen Bangkok, über den alle internationalen Flüge laufen. 

Das Haus liegt oben an einem Hang, unten im Tal Reisfelder. Hier oben spenden Bäume Schatten, Hühner, Gänse landen frei herum, zwei Schweine dösen im Stall, das Strassendorf besteht aus einer Handvoll Häuser. 

Wir fahren zu einem der beiden Elefantencamps, von denen aus Exkursionen gemacht werden und wo wir in den nächsten Tagen den Umgang mit den Elefanten lernen werden. Schon ein ungewohntes Gefühl, direkt neben einem Elefanten zu stehen, ihn anzufassen. Und dann war da noch der kleine süße, ganz junge Elefant (ca. 300 kg), der gerade seine Kräfte ausprobiert und gerne Touristen wegschiebt. Unaufhaltsam, also vorher vergewissern, dass man nach hinten ausweichen kann und kein Stock, Baum oder Stein im Wege liegen. Falls ein Mensch hinfällt, was gerade vor drei Monaten einer Touristin passiert ist, steigt der Elefant ganz vorsichtig darüber hinweg, er wird nie auf einen Menschen treten.

 Im örtlichen Krämerladen suchen wir einen Rucksack, mit Zeichensprache. Ruths Beschreibung wird gleich verstanden, sie wird zu den BHs geführt. Ein sprachkundiger Kunde klärt die Situation, Ruth findet einen Rucksack und alle lachen. Das Abendessen ist schmackhaft, das Singha Bier auch, Mücken kommen und noch vor 22.00 h schlafen wir erschöpft ein. 
Mae Spok, Dienstag 11. Februar 2014

Heute wir es Ernst mit den Elefanten. Wir sind schon ganz aufgeregt, wie die persönliche Begegnung wohl ausfallen wird. Irgendwo schwingt da auch ein Stück Angst vor der Größe und den unbekannten Umgangsregeln mit den Siebentonnern mit. 

Wir fahren eine Stunde mit dem Kleinbus über befestigte und unbefestigte Wege in den Wald, Endstation vor einem Bach. Rüber über zwei Holzplanken, einen Waldweg entlang. Seit November hat es keinen Regen mehr gegeben, die Rückhaltebecken sind aber gut gefüllt. In steilen Serpentinen Ruth ter zu einem anderen Bach, den wir auf einem langen, kräftigen Baumstamm balancierend überqueren. Hier ist das Lager 1. Hier "wohnen" die Mahouts (jeder Elefant hat einen Elefantenführer aus dem Bergvolk der Karenen, von denen 400.000 in Nordthailand leben) auf überdachten Holzplattformen. Persönlichen Besitz (über die Elefanten hinaus) lehnen sie ab. Ein Elefant im besten Alter von 30 Jahren kostet so 35.000 Euro. Für das Räumen von Teakholz dürfen sie nicht mehr eingesetzt werden, der Teakholzeinschlag selbst ist stark reglementiert. Da werden die Elefanten von ihren Eigentümern oft an Tourismusprojekte verpachtet.

Wir haben auf riechende Shampoos usw. verzichtet, denn ein Elefant riecht noch um ein Vielfaches besser als ein Hund! Er erkennt uns an unserem Körpergeruch (wieder). Deshalb kommt uns auch als Erstes der Rüssel entgegen, über den der Elefant riecht. Die Elefanten waren die Nacht über im Wald, jetzt kommen sie mit den Mahouts in das Lager und werden uns zugeteilt. Wir gehen jeder zu seinem Elefanten, niemals ohne den Mahout in der Nähe, und machen uns bekannt: durch viel Sprechen, den Rüssel streicheln, umfassen, Heu reichen (ein Elefant frisst 10 Prozent seines Körpergewichts pro Tag und ist damit 14 Stunden beschäftigt). Im Buddhismus ist der Elefant ein Heiliges Tier. Wir lernen Auf- und Absteigen, was dann mit Unterstützung der Mahouts auch einigermaßen klappt. Für eine erste Platzrunde. Die Entdeckung der Langsamkeit. Mal reagiert der Elefant auf das Kommando rechts links, geh, halt, mal nicht. Tiere mit einem beeindruckenden eigenen Charakter. Nach dem Mittagessen drehen wir eine Stunde lang eine Runde steil bergauf und wieder bergab durch den Wald. In strenger hierarchischer Reihenfolge. Die Leitkuh vorweg. Ruth hat eine große Kuh mit Kalb. Mal bleibt die Karawane stehen, weil das Kalb trinkt, mal weil ein Elefant kotet, das Hinterteil immer vom Weg weggewandt. Wir sitzen allein auf unserem jeweiligen Elefanten und versuchen zu Dirigieren, die Mahouts sind in der Nähe. Ganz schön anstrengend, ein tolles Gefühl so weit oben, kein Gefühl von Kontrolle, aber die Angst ist geschwunden. Zurück am Lager schnell das T-Shirt oben ausgezogen und runtergeworfen und zudämmen mit dem Mahout hinter uns auf dem Elefanten rein nu den aufgestauten Bach, voll rein, die Elefanten tauchen unter wir bleiben drauf sitzen. 
Wir beschnüffeln uns, mit unseren Elefanten auf Tuchfühlung
Wir beschnüffeln uns, mit unseren Elefanten auf Tuchfühlung
Das Hochladen des letzten Bildes hat lange gedauert, gestern hat es gar nicht geklappt. Wir beenden Teil zwei besser hier und öffen Teil drei